1000€ Einzahlungsgrenze Online Casino

4 Gründe gegen die 1000€ Einzahlungsgrenze

Der neue Entwurf des Glücksspielstaatsvertrages liegt auf den Tischen der Bundesländer und wartet auf eine Ratifizierung. Während die Landesparlamente den Entwurf prüfen, erntet dieser skeptische Blicke privater Glücksspielunternehmen und Privatpersonen. Der jüngste Entwurf sorgt zwar für Klarheit und Sicherheit, benötigt jedoch noch an vielen Stellen ein geschultes Auge. Zum Beispiel bei der 1000 Euro Einzahlungsgrenze für Spieler.

Die Einzahlungsgrenze ist wage, denn daraus ergeben sich viele Fragen. Wer bestimmt, ob 1000 Euro zu viel oder zu wenig sind? Wie sicher ist die zentrale Datei mit Informationen über Transaktionen und persönliche Kundendaten, und wer garantiert deren Sicherheit?

Der gläserne Bürger

Innenminister Peter Beuth von der CDU spricht den ersten Kritikpunkt in Form eines “gläsernen Spielers” an. Werden alle möglichen Daten eines Spielers in einer zentralen Datei gesammelt und verwaltet, spaziert niemand anonym durch die Hallen der Online Casinos. Jeder Schritt wird überwacht, kontrolliert und nachvollzogen.

Das möchte niemand, weshalb Glücksspielanbieter aus dem Schwarzmarkt, also weder mit deutscher noch mit europäischer Lizenz, wieder für viele Spieler in den Fokus treten. In Zeiten der Digitalisierung und ständigen Datenerfassung sind viele Spieler gewillt, ihre Anonymität mehr denn je zu schützen.

Wie wichtig ist Anonymität im Internet?

Online Glücksspiel ist für Außenstehende ein heikles Thema – vor allem wegen des Suchtpotenzials distanzieren sich viele Personen von Glücksspiel. Viele Spieler könnten sich unwohl fühlen, wenn ihre Daten in einer zentralen Sperrdatei einer “Dauerüberwachung” unterliegen. Sitzt beispielsweise eine Person aus dem Bekanntenkreis in der zuständigen Behörde, könnte darunter die soziale Interaktion leiden.

Außerdem gibt es Spieler, die höhere Umsätze machen möchten, ohne dass diese permanent überwacht werden. Online Glücksspiel-Gewinne unterliegen zwar derzeit keiner Steuer. Das könnte sich allerdings zum Juli 2021 ändern. Grundsätzlich fühlen sich Spieler wohler, wenn sie nicht ständig überwacht werden.

Was passiert, wenn die Datenbank gehackt wird?

Kreditkartenbetrug und Handel mit personenbezogenen Daten ist keine Neuheit, sondern seit Jahren präsent. Wer garantiert die Sicherheit der zentralen Sperrdatei? Hacker könnten die Datenbank gezielt ins Visier nehmen, da es sich um einen Milliarden großen Markt handelt. In einem Zug wären etliche Zahlungsinformationen publik oder im Netz für Betrugsmaschen genutzt.

1000€ Einzahlungslimit- zu groß oder zu klein?

Wer bestimmt, für wen eine Einzahlungsgrenze über 1000 Euro zu groß oder zu klein ist? Lässt sich das überhaupt pauschalisieren? Eine Mitte lässt sich hier nicht finden. Für den Normalsterblichen sind 1000€ womöglich mehr als genug. High-Roller hingegen lachen über derartige Peanuts.

Alternative zur 1000€ Grenze: Limit eigenständig festlegen

Kein Bewohner in Deutschland hat dasselbe Einkommen – ausgenommen Beamte und Mitarbeiter des öffentliches Dienstes. Wieso wird die Einzahlungsgrenze dann auf 1000€ pauschalisiert? Stattdessen kann man Spieler anweisen ihr eigenes Verlustlimit pro Monat bereits bei der Registrierung festzulegen. Ob dieses Limit anschließend in einer zentralen Datenbank geführt wird, lassen wir außen vor.

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Über den Autor Avi Fichtner Mein Name ist Avi Fichtner und ich arbeite seit 12 Jahren im Bereich Glücksspiel. Ich habe mehrere große Informationsseiten aufgebaut und kenne mich bestens aus. Ebenfalls seit 12 Jahren beobachte ich die gescheiterten Regulierungsversuche in Deutschland und schreibe dazu.
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