Verschiedene Spielautomaten in einer landesbasierten Spielhalle.

Bremen schließt Spielhallen

Dem landesbasierten Glücksspiel in Bremen drohen weitere Restriktionen. Die Landesregierung hat im Rahmen der Anpassung des städtischen Glücksspielgesetzes etwaige Änderungen am geltenden Mindestabstand ins Spiel gebracht. Der zuständige Ausschuss des Senat plant, die Anzahl der Spielhallen und der Wettbüros im Bundesland deutlich zu verringern. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Mindestabstand vergrößert werden.

Mindestabstand von 500 Meter

Wie regionale Medien berichten, arbeiten derzeit Mitglieder der Innen- und Wirtschaftsbehörde an einer Änderung des städtischen Glücksspielgesetzes, die eine Vergrößerung des Mindestabstandes für das landesbasierte Glücksspiel in Bremen vorsieht. Aktuell müssen Glücksspieleinrichtungen in der Hansestadt mindestens 250 Meter voneinander entfernt sein. Die geplante Gesetzanpassung soll den Mindestabstand auf 500 Meter erhöhen. Zusätzlich müssen Spielhallen und Wettbüros künftig einen Abstand von mindestens 250 Meter zu weiterführenden Schulen einhalten.

Als Grund für die restriktive Maßnahme nannte Ulrich Mäurer (SPD), Innensenator von Bremen, die hohe Gefährdung für die Bürger, die durch Glücksspiele ausgehen würde. Der Politiker stützt seine These auf den Glücksspiel-Survey von 2021. Laut der Studie wiesen immer mehr Menschen in Deutschland ein auffälliges Spielverhalten und damit eine ungesunde Beziehung zum Glücksspiel auf.

1,3 Millionen Menschen mit Spielproblemen

Die Studie aus dem vergangenen Jahr kommt zum Ergebnis, dass rund 1,3 Millionen Menschen in der Bundesrepublik mit einem problematischen Spielverhalten zu kämpfen hätten. Laut Mäurer könne den betroffenen Personen geholfen werden, indem die Politik die aktuell flächendeckende Verfügbarkeit des Glückspiels im Bundesland einschränkt.

Der SPD-Politiker stützt die Verschärfung des städtischen Glücksspielgesetzes jedoch nicht ausschließlich auf eine Studie. Die gemachten Erfahrungen in den vergangenen zwei Jahren hätten ihm gezeigt, dass die Verringerung der Spielhallen und Wettbüros ein effizienter Weg sei, um die Menschen vor den Gefahren des Glücksspiels zu schützen. So hätte durch die geschlossenen Glücksspielgeschäfte während des Corona-Lockdowns der Anreiz zum Spiel gefehlt.

Regulierung steht bereits

Welche Spielhallen und Wettbüros durch die Vergrößerung des Mindestabstandes betroffen wären und somit ihre Pforten schließen müssten, haben die Mitglieder der Innen- und Wirtschaftsbehörde bereits über eine exakte Regulierung herausgearbeitet. So muss jeweils bei mehreren Kandidaten der Betreiber schließen, der eine größere Anzahl an Glücksspieleinrichtungen in Bremen führt. Im Falle eines Unentschiedens entscheidet ein Losverfahren.

Derweil sollen künftig keine Glücksspiellizenzen mehr an Spielhallen und Wettbüros vergeben werden, die sich in sozial benachteiligten Stadtviertel befinden – so sieht es jedenfalls die Theorie vor. Wie diese Maßnahme in der Praxis umgesetzt werden soll, weiß die Landesregierung derzeit noch nicht.

Kritik aus Glücksspielbranche

Die Verschärfung des städtischen Glücksspielgesetz rief prompt die Glücksspielbranche in Bremen auf den Plan, die das restriktive Vorgehen scharf kritisierte. Nach Auffassung der Industrie führe die Verringerung des terrestrischen Spielangebots dazu, dass die Spieler in den unlizenzierten Online-Markt abwandern. Die Erfahrung hätte gezeigt, dass die Verknappung legaler Angebote den Schwarzmarkt beflügeln. Dort sei die Gefahr für die Spieler immens hoch, da es keinen Spieler- und Jugendschutz gäbe.

Die Landesregierung in Bremen könnte prinzipiell ihre geplante Gesetzesänderung nochmal überdenken, da bis zur Umsetzung der verschärften Regulierung noch eine bürokratische Hürde genommen werden muss. So ist die Zustimmung der Bremer Bürgerschaft unabkömmlich.

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Gründer und einer der Autoren von onlinecasinosdeutschland.de. Avi Fichtner ist bereits seit 12 Jahren in Sachen Online Glücksspiel unterwegs. Angefangen hat alles eigentlich mit der Leidenschaft für Spielbanken und Interesse an der verzwicken rechtlichen. Mehr Infos über Avi.