Glücksspielstaatsvertrag – nur Sportwetten legal?

Viele Bundesländer wollen die gesetzliche Grundlage für Sportwetten regeln. Doch wozu wird ständig das Theater um Sportwetten erneut entfacht? Mit der neuen Grundlage sollen die Tippspiele aus der Grauzone geholt werden. Hierzu sollen alle Anbieter eine Lizenz beantragen und einheitliche Regeln befolgen. Bereits jetzt gibt es Widersacher, wie Schleswig-Holstein oder Hessen, die dieses Theater nicht länger hinnehmen möchten und auf eine neue Grundlage verzichten wollen.

Während einer Bundesligapartie sehen Zuschauer oftmals die Werbebanner der verschiedenen Buchmacher, welche Onlinewetten anbieten. Inzwischen agieren verschiedene Anbieter auch als Sponsor von Vereinen oder haben eine eigene Halbzeitshow. Das dieses Vorgehen immer neue Tipper anlockt ist unumstritten. Täglich schließen Kunden der Buchmacher bis zu fünf Millionen Wetten auf den Sport ab. Dies geschieht zumeist im Internet am heimischen Rechner oder mit dem mobilen Endgerät. Auch Wettshops sind in Deutschland noch vorhanden und bieten die Wettabgabe an.

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Für ein großes Aufsehen sorgte der Wettanbieter Tipico. Durch die Werbung mit dem Rekordmeister FC Bayern München und dem Ex-Welttorhüter Oliver Kahn konnte sich das Unternehmen einen Namen machen und besitzt inzwischen zahlreiche Tipper in seinen Reihen. Dass es sich bei diesem Unternehmen mit dem Sitz in Malta handelt, wissen jedoch nur die wenigsten Tipper. Jeder Tippschein der bei Tipico platziert wird, bewegt sich in einem nahezu rechtsfreien Raum.

Doch damit soll nun endgültig Schluss sein. Sportwetten sollen reguliert und damit gewissermaßen legalisiert werden. Auf dieses Vorgehen haben sich die 16 Bundesländer nach einem jahrelangen Streit nun geeinigt. Der Dritte Glücksspieländerungsstaatsvertrag sieht vor, dass jedes Wettportal eine bundesweit gültige Lizenz erhält. Der Vertrag soll am 21.März zur Ministerpräsidentenkonferenz vorgetragen und im Anschluss unterzeichnet werden.

Jahrelanges Hin- und Her soll beendet werden

Die vereinbarte Lösung soll nun das beenden, was seit vielen Jahren als dauerhaftes Hin und Her im Sportwetten Bereich bezeichnet wird. Bereits 2011 hatten sich die Länder darauf geeinigt, Konzessionen an private Anbieter vergeben zu wollen. Das Problem bei diesem Vorgehen? Eine Obergrenze, sodass nur 20 Anbieter zugelassen werden sollten. Insgesamt bewarben sich 73 Unternehmen, von denen nach einer ersten Vorauswahl 35 übrigblieben. Im Anschluss wurde das Verfahren gestoppt, da sich zahlreiche Anbieter über das undurchsichtige Verfahren beschwerten, vor Gericht zogen und Recht bekamen. Der Prozess wurde daraufhin komplett eingestellt und bislang wurde nicht eine einzige Lizenz vergeben.

Suchtbeauftragte sind empört über die Verharmlosung des DFL

Sportwetten haben inzwischen ein positives Image und gehören bei vielen Jugendlichen zum Alltag. Dies ist den Wettportalen auch dank der DFL (Deutschen Fußball Liga) gelungen, da zahlreiche Anbieter in Kooperation mit dem DFL stehen.

Genau dieses Vorgehen und die Verharmlosung, dass Sportwetten als die harmloseste Form des Glücksspiels dargestellt wird, verärgert Suchtbeauftragte. Aber selbst Ilona Füchtenschnieder, Vorsitzende vom Fachverband für Glücksspielsucht, ist nicht generell gegen Sportwetten. Vielmehr solle das Tippen unter Aufsicht angeboten werden, sodass ein Problemfall schneller ausfindig gemacht werden kann.

Warum geht das Gezerre um Sportwetten immer weiter?

So illegal und gefährlich ist die Sportwetten Szene für viele nicht. Immerhin bietet der Großteil der Buchmacher das legale Wetten mit einer europäischen Glücksspiellizenz an. Somit bewegt sich sowohl der Wettanbieter, als auch der Tipper nicht in einer Grauzone. Zudem muss man Deutschland inzwischen seit 7 Jahren vorhalten, dass es zu unfähig ist, die Gesetze zu verschärfen.

Ein weiterer Punkt der oftmals von Buchmachern angeführt wird, ist die 5% Wettsteuer, die von allen deutschen Tippern an den Staat geleistet wird. Wettportale sind inzwischen so fortgeschritten, dass die Wettsteuer bereits auf dem Wettschein angezeigt wird. So übernimmt der Buchmacher die Zahlung an den Staat und der Tipper muss sich um nichts kümmern. Dieses Vorgehen beweist doch, dass sich Wettanbieter, auch wenn sie im Ausland sitzen, an die Regeln halten und das ganze Thema nur aufgeputscht wird.

Auch vor dem Datenschutz wird nicht Halt gemacht

Im letzten Jahr wurde eine neue Datenschutzrichtlinie eingeführt, die bei vielen Deutschen für Verwirrung sorgte und bis heute nicht klar ist. Auch dieses Vorgehen soll nun mit Füßen getreten werden, da jeder Tipper nur noch 1.000,00 Euro im Monat einsetzen darf. Lustigerweise sollen die Daten an einer zentralen Stelle gesammelt werden.

Hessen und Schleswig-Holstein besitzen keinerlei Interesse an dem Vorgehen

Zwei der Bundesländer haben bereits deutlich gemacht, dass das geplante Vorgehen „nicht richtig“ unterstützt wird. Hessen und Schleswig-Holstein sind für Spieler die Hochburg in Deutschland. Schleswig-Holstein vergibt sogar als eines der wenigen Bundesländer gültige Lizenzen aus Deutschland.

Warum sollte sich in diesem Vorgehen etwas ändern? Sofern es doch einmal zu Schwierigkeiten mit einem Buchmacher kommt, bieten viele Anlaufstellen Hilfe an und vermitteln zwischen den Parteien.

Fazit – Darum ist die Neuerung nur für den Staat wichtig

Man kann es drehen und wenden – wichtig ist dem Staat bei diesem Vorgehen nur eines; das Kassieren! Sportwetten sind inzwischen gesellschaftlich akzeptiert und die Diskussionen sind völlig belanglos für Tipper. Auch die Europäische Union zweifelt an dem Vorgehen und hat Deutschland bereits des Öfteren gerügt.

Online Casinos bieten ihren Spielern ebenfalls den Echtgeld-Einsatz an, sollen aber nicht reguliert werden. Die Logik an diesem Vorgehen, welches klar gegen Sportwetten gerichtet ist, ist aus unserer Sicht eine einzige Lachnummer. Oder wie oft stand in den Medien das ein Tipper Haus und Hof eingesetzt hat. Sofern es eine einheitliche Lizensierung geben wird, reibt sich am Ende nur einer die Hände – der Staat. Auch ist zu erwarten das immer mehr Buchmacher den deutschen Tippern das Wetten auf Sport untersagen werden, wodurch auch die Wettsteuer bei diesen Buchmachern nicht beantragt werden kann.

Medienaufsichten setzen Werbeverbot gegen Online Casinos durch

Zahlreiche Online Casinos sind in Deutschland nicht erlaubt und bieten das Spielen somit illegal an. Viele Casinos bewerben im TV ihre Slots – dies soll nun ein Ende haben!

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Eine einheitliche Regelung zwischen Gesetz und Wirklichkeit scheint in Deutschland in weite Ferne gerückt zu sein. Besonders wenn man die TV-Werbung zahlreicher Online Casinos betrachtet, die eigentlich in Deutschland ihr Dienste nicht anbieten dürften. Dennoch gibt es mehr als hundert Anbieter für Casinoautomaten, auf denen im Internet gespielt werden kann.

In den letzten Jahren wurden zahlreiche neue Plattformen über das TV und Radio beworben. Genau dies soll nun ein Ende haben. Die Medienaufsicht der Länder hat sich in einem gemeinsamen Brief an Radio und TV-Sender gerichtet und mitgeteilt, dass die Werbung von Online Casinos verboten ist!

Konsequenzen für TV-Sender die sich nicht an das Werbeverbot halten

In dem gemeinsamen Schreiben der Medienaufsicht heißt es, dass Glücksspielangebote im Fernseher und Hörfunk nach geltender Rechtslage nicht erlaubt seien und höchstrichterliche bereits mehrfach festgestellt wurde. Der Brief schließt mit der Bitte, das Verbot bei künftigen Platzierungen von Werbung zu beachten. Dieses Schreiben wurde an insgesamt 500 Sender geschickt und ist auf den 25. Februar datiert.

Einer der betroffenen Sender ist DMAX. Hier warben Online Casinos mit ihrem Angebot. Eine Sprecherin von DMAX sagte auf eine Anfrage, dass man davon ausgehe, dass die Angebote und somit auch die Werbung rechtmäßig seien.
Die Medienaufsicht stellte bereits klar, dass man sich gegen Sender, die sich nicht an das Werbeverbot halten, verwaltungsrechtlich vorgehen wird.

Schleswig-Holstein bietet Lizenzen und das Spielen

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Der Spalt zwischen Realität und den Gesetzen wird durch Schleswig-Holstein dargestellt. Als Teil von Deutschland müsste auch hier ein Werbe- und Spielverbot gelten. Anders als andere Bundesländer, stellt Schleswig-Holstein jedoch Lizenzen für das Glücksspiel aus.

So konnten sich Casino-Anbieter bis zum Februar auf eine „Sonderreglung“ berufen, die es ihnen erlaubt in Schleswig-Holstein lebenden Personen das Angebot eines Online Casinos wahrnehmen zu können. Da diese von Schleswig-Holstein in Eigenregie ausgerufene Sondererlaubnis jedoch erloschen ist, gilt auch hier nun das Verbot.

Weitere Glücksspiellizenzen aus Deutschland?

Neben Schleswig-Holstein, welches bereits vor dem Jahreswechsel die anderen Bundesländer darüber informierte, dass es weiterhin Online Casinos anbieten möchte, arbeitet auch die Kieler Landesregierung an einer neuen Möglichkeit, dass Spielen in Casinos dank einer Lizenz erlauben zu können.

Somit rückt eine landesübergreifende Lösung in weite Ferne und ist in Zukunft auch nicht vorstellbar. Aber auch das Vorgehen aus Schleswig-Holstein und Kiel wird sicherlich auf Gegenwind treffen und ebenfalls nur schwer umzusetzen sein.

Wird der Staat wirklich gegen Fernsehwerbung von Online Casinos vorgehen?

Wieder einmal kommt die Diskussion über Werbung von Online Casinos auf. Der durch YouTube und Twitch bekannte und bei vielen Jugendlichen beliebte „MontanaBlack“ sorgte mit Aussagen zu Online Casinos für viel Missverständnis und soll dabei auch Jugendliche unter 18 angesprochen haben. Für dieses Vorgehen erntete er einen massiven Shitstorm im Netz und sorgte auch bei der Politik für Aufsehen. Hier stellt man sich die Frage, ob Online Casinos Fernsehwerbung oder Werbung über Streaming Portale überhaupt schalten dürfe.

Was war der Auslöser für eine Diskussion?

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MontanaBlack ist der beliebteste deutsche YouTuber und streamt oftmals auch auf Twitch.tv. Neben zahlreichen Spielen, die während des Streams gezeigt werden, nimmt MontanaBlack auch gerne sein Reallife mit in den Stream und redet über seine Vergangenheit und Gegenwart.

Zuletzt wurden jedoch immer wieder Videos hochgeladen, die Casino Content verbreiteten und somit auch mit unter 18-jährigen in Kontakt kamen. Dadurch das MontanaBlack hohe Gewinne erhielt, kam der Verdacht einer „neuen Werbeart“ für Casinos auf.

Auf YouTube und Twitch gibt es zahlreiche Channels, auf denen Casino Content verbreitet wird. Einen Shitstorm erhielt MontanaBlack jedoch ausschließlich, da der Großteil seiner Community minderjährig sei. Der Vorwurf lautet also, dass er mit seinen Videos viele seiner Abonnenten, von denen die meisten Minderjährig sind, zum Glücksspiel verführt.

Warum werden solche Videos auch für Minderjährige im Netz angeboten?

Ein Grund warum Minderjährige im Internet auf solche Videos zugreifen können ist, dass es nicht verboten ist dies zu tun. Dies liegt unter anderem daran, dass Deutschland keine allgemeingültige Regulierung besitzt und somit jeder tun und lassen kann, was er will.

Zwar wird auf YouTube und Twitch angezeigt, dass es sich um Content für über 18-jährige handelt, doch mit einigen Tricks wissen dies inzwischen auch Minderjährige zu umgehen.

Ein Beispiel, welches zum Nachdenken anregen sollte

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Auf keinen Fall wollen wir das Spielen von Minderjährigen unterstützen, dies vorab! Dennoch sollte man in Deutschland grundlegend über eine Regelung für Werbung nachdenken. Auch Spiele die ab 18 Jahren zugänglich sind, werden oftmals von deutschen Jugendlichen gespielt und sogar öffentlich gestreamt. Auch Sportwetten sind inzwischen gesellschaftlich angekommen, sodass täglich bis zu 5 Millionen Tipps auf verschiedene Sportarten gesetzt werden. Auch hier gilt natürlich – Finger weg sofern das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht ist.

Einen Werbeverbot für Online Casinos in Aussicht zu stellen, schadet nicht nur den Anbietern, sondern im Endeffekt auch dem Staat, der weniger Einnahmen erzielen kann. Sofern man sich zu einem Werbeverbot gegen das Casinospielen entscheidet, sollte man auch bedenken, dass Konsolen- und Computerspiele, die ab 18 sind ebenfalls nicht mehr beworben werden dürfen. Auch die Sportwetten Branche würde mit einbezogen werden. Zahlreiche Buchmacher besitzen bereits ein Sponsoring bei Fußball-Teams oder TV-Sendern wie SKY. Eine Regelung würde zahlreiche Einbußen mit sich bringen, wodurch man andere Lösungsansätze suchen sollte.

Was ist eigentlich Werbung? Online Casinos weisen auf das Mindestalter hin!

Egal ob im TV ein Buchmacher oder Online Casino seine Wetten oder Slots bewirbt, in jedem Fall wird darauf hingewiesen, dass das Spielen erst mit dem vollendeten 18. Lebensjahr möglich wird. Eine genaue Überprüfung seitens der Anbieter geschieht ebenfalls bei der Anmeldung, sodass alles möglich unternommen wird, um Minderjährige vom Spielen oder Tippen abhalten zu können.

Ob eine Werbung in der ein Online Casino so ausschlaggebend für einen Minderjährigen ist, sei dahingestellt. Jugendliche werden im TV mit so vielen Faktoren kontaktiert, dass man keine genaue Bilanz ziehen kann, ob eine Werbung für eine Anmeldung ausschlaggebend ist.

Reicht es eigentlich, nur gegen Fernsehwerbung vorzugehen?

Sofern der Staat sich entscheidet gegen Fernsehwerbung vorzugehen, sollte er auch im Hinterkopf die zahlreichen weiteren Formate haben. Gerade Minderjährige sind inzwischen eher selten vor dem Fernseher anzutreffen. Vielmehr ist das Internet die neue Anlaufstelle für Jugendliche um sich austauschen zu können und ihre Freizeit mit Spielen oder Videos vertreiben zu können.

Eine Regelung die gegen die Fernsehwerbung von Online Casinos greifen würde, könnte die Werbung eher ins Internet verschieben. Auch hier wäre der Staat gezwungen, eine Regelung zu finden, was sich aus unserer Sicht als nicht einfach gestalten wird.

Ist Werbung für das Spielen in einem Online Casino wirklich illegal?

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Wie bereits erwähnt, geraten auch Minderjährige immer mehr in Kontakt mit Spielen oder Videos, die ab 18 Jahren sind. Illegal ist dies nicht, da es in Deutschland keine einheitliche Regelung gibt und somit alles publiziert werden darf.

Das Spielen in einem Online Casino oder einem Videospiel, welches ab 18 Jahren ist, wird jedoch überwacht und ist in diesem Sinne illegal. Gerade Online Casinos achten darauf, dass der Spieler über 18 Jahre alt ist, damit das Spielen legal wird.

Ebenfalls sind wir bereits darauf eingegangen, dass TV-Werbung sicherlich nicht der ausschlaggebende Punkt für eine Anmeldung in einem Online Casino ist. Vielmehr sind es Videos, die hohe Gewinne in Aussicht stellen und das Risiko eines Echtgeldverlustes komplett außenvor lassen. Genau gegen solche Dinge sollte der Staat vorgehen und den Minderjährigen die Risiken eines Aufenthalts im Casino aufzeigen. Auch sollte eine strengere Regelung für Streaming Portale gefunden werden, sodass Content der ab 18 Jahren zugänglich ist, nicht für Minderjährige aufrufbar sein sollte.

William Hill kauft Casino-Plattform Mr. Green

Der börsennotierte britische Buchmacher William Hill will seine internationale Expansion vorantreiben und hat daher die Online-Plattform Mr Green übernommen. 278 Millionen Euro investiert der global agierende Buchmacher in die Übernahme des schwedischen Erfolgsunternehmens, um sich für die Zeit nach dem Brexit zu rüsten. William Hill will sich mit dem strategischen Zukauf deutlich internationaler ausrichten, insbesondere um Wachstumsmöglichkeiten außerhalb des derzeit schwierigen Glücksspielspielmarktes im Vereinigten Königreich zu nutzen.

“Diese geplante Übernahme beschleunigt die Diversifizierung von William Hill – und erschafft uns sofortigen Zugang zu einem digitaleren und internationaleren Geschäft”, erläutert Philip Hillcock, Hauptgeschäftsführer von William Hill. Es gehe nun darum, die erfolgreichen Strukturen der Mr Green Gruppe zu nutzen. Vor allem die Nutzung des maltesischen Firmensitzes von Mr Green bedeutet für William Hill einen starken Wachstumsimpuls.

William Hill ist in Deutschland eher für Sportwetten bekannt. Das von uns getestete Eurogrand Online Casino gehört übrigens auch zur William Hill Gruppe.

Die Marke Mr Green hat Bestand

Seit dem Jahr 2008 hat das Online-Casino Mr Green seine Popularität kontinuierlich ausgebaut und sich zu einer starken Marke etabliert. Die 10-jährige Erfolgsgeschichte feierte das schwedische Unternehmen in diesem Jahr mit einer Reihe lukrativer Bonusaktionen. Auch nach der Übernahme durch William Hill wird Mr Green als eigenständige Marke erhalten bleiben. Die Mr Green Gruppe wird von der Malta Gaming Authority (MAS) reguliert, ist zudem in Italien und Großbritannien mit entsprechenden Glücksspiellizenzen zugelassen und verfügt über eine Casino-Lizenz für Dänemark sowie eine für Sportwetten in Irland.

Die Übernahme von Mr Green durch William Hill ist eine von vielen in der lebendigen internationalen Glücksspielbranche. Pragmatic Play hat sein Portfolio erst im Juli um die zur Novomatic Gruppe gehörenden Studios von Extreme Live Gaming erweitert. Die Kunden in den Online-Casinos bekommen von den Übernahmen wenig mit: erst, wenn sich die Firmenlogos an den Spieltischen verändern, werden unternehmerische Entscheidungen für jedermann ersichtlich. An der Qualität der Casino-Spiele ändert sich jedenfalls nichts.

Neuausrichtung für William Hill unausweichlich

Für William Hill war die strategische Neuausrichtung unausweichlich. Aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen und ansteigender Steuern musste das britische Traditionsunternehmen, das immerhin bereits seit 1934 am Markt agiert, seine Gewinnprognosen für das aktuelle Geschäftsjahr deutlich senken. Schätzungsweise zwischen 225 und 245 Millionen Britische Pfund wird William Hill erwirtschaften, im vergangenen Geschäftsjahr waren es noch 291,3 Millionen GBP.

Die britische Regierung ging hart gegen sogenannte „Fixed Odds Betting Terminals“ (kurz FOBTs) vor. An derartigen Automaten können Kunden Wetten mit festen Quoten abschließen. Betrug die obere Grenze für einen Wetteinsatz bisher 100 Pfund, liegt das Limit nach der Neuregelung nur noch bei 2 GBP. Die enormen Einbußen bei den Betreibern solcher Automaten gehen einher mit geringeren Steuereinnahmen des Staates, der diese Verluste durch eine signifikante Erhöhung der Besteuerung von Gambling-Unternehmen auszugleichen versucht.

William Hill blickt für das zweite Halbjahr auf eine Verringerung der Online-Nettoerlöse in Höhe von fünf Prozent sowie bei den Wettbüros um vier Prozent zurück. Insgesamt stieg der Online-Nettoumsatz bis zum 23. Oktober des laufenden Jahres allerdings um vier Prozent, bei einem gleichzeitigen Umsatzrückgang in den Wettbüros um vier Prozent. Durch eine Neuausrichtung und das Anbieten alternativer Spieloptionen sollen Umsatzeinbußen zukünftig wieder ausgeglichen werden. Im Fokus steht vor allem die Legalisierung von Sportspielen in mehreren Bundesstaaten der USA. Dort stiegen die Nettoerlöse im Jahresverlauf bisher um starke 36 Prozent.

Durch die Übernahme von Mr. Green erweitert der Buchmacher William Hill sein internationales Portfolio. Nicht zuletzt, weil Mr Green ab dem nächsten Jahr eine der neuen schwedischen nutzen wird, die dann für den Betrieb von Online-Casinos in dem skandinavischen Land erforderlich sein werden. Insgesamt sollten die Gewinnprognosen von William Hill für das kommende Geschäftsjahr deutlich positiver ausfallen.

Mybet ist pleite

Der bekannte Sportwettenanbieter mybet hat Insolvenz angemeldet. Nach jahrelanger Misswirtschaft, dauerhaft rückgängigen Einnahmen und Steuerschulden in Millionenhöhe musste mybet schlussendlich das Insolvenzverfahren beantragen und sein Angebot einstellen.

Auch wenn sich die nun eingetretene Situation bereits seit längerer Zeit abgezeichnet hat, sind viele Spieler überrascht und verunsichert. Denn die wichtigste Frage ist, was mit verbliebenem Guthaben auf den Spielerkonten passiert.

Glücklicherweise sind alle Restbeträge auf Spielerkonten nicht von der Insolvenz von mybet betroffen und durch die “Gaming Protection Regulation” gesichert. Das bedeutet zwar, dass das Geld nicht weg ist, bringt aber deutliche Nachteile für Spieler mit sich. Auszahlungen werden aufgrund der notwendigen Überprüfung jeder einzelnen Anfrage durch die Malta Gaming Authority ein großes Maß an Zeit in Anspruch nehmen, schlussendlich aber durchgeführt werden.

Mybet weist auf seiner Seite auf eine “Pause” des Angebots hin. Wir von onlinecasinosdeutschland.de möchten allen Spielern dringend davon abraten, bei einer möglichen (wenn auch sehr unwahrscheinlichen) Rückkehr von mybet, dort zu wetten. Außerdem hoffen wir, dass keiner unserer Leser einen nennenswerten Restbetrag auf seinem mybet Konto hat und sich nun ärgern muss.

Glücksspielrecht – für viele Spieler ein unbekanntes Feld

Bei der Anmeldung in einem Onlinecasino oder der Abgabe des klassischen Lottoscheins machen sich die wenigsten Spieler Gedanken darum, dass sämtliche Schritte von der Aufstellung der Spielregeln bis zur Gewinnauszahlung strengen, rechtlichen Grundsätzen unterliegen. Das Glücksspielrecht gehört zu den eher jungen Disziplinen im Jura, dennoch haben sich einzelne Anwälte auf dieses Gebiet spezialisiert und können Spielern in rechtlich heiklen Situationen weiterhelfen. In einem aktuellen Interview mit dem Rechtsanwalt Martin Reeckmann, der seit zwei Jahrzehnten im Glücksspielrecht spezialisiert ist, wurden Spielern interessante Einblicke und Tipps gegeben.

Spielerschutz als moderne Herausforderung für den Gesetzgeber

gambling lawsWährend die Überprüfung der Spielregeln und der Seriösität eines Spielangebots meist vollkommen sachlich erfolgen kann, gab Reeckmann im Interview die Herausforderung des modernen Spielerschutzes an. Hier hat die rechtliche Instanz genau hinzuschauen, wie öffentlich-rechtliche oder private Anbieter von Spielangeboten die Vorgaben des Gesetzgebers zum Spielerschutz umsetzen. Kampagnen gegen Spielsucht und ähnliche Aktionen sollten dabei aufklären, jedoch nicht vom tatsächlichen Spielangebot abschrecken. Den Gesetzgeber lobte Reeckmann für die Schaffen klarer Richtlinien, durch die z. B. die Beliebigkeit von Spielersperren entfallen ist, dennoch gibt es Nachholbedarf in der Ausformulierung verschiedener Regelungen.

Staatliche Glücksspielverträge in der Kritik

In Deutschland ist das öffentlich-rechtliche Glücksspiel eine Sache der Bundesländer, alleine im vergangenen Jahrzehnt wurde der nationale Glücksspielvertrag als rechtliche Grundlage für die Länder dreimal überarbeitet. Reeckmann geht als Experte kritisch mit diesen Entwicklungen um, häufig würde ein neuer Glücksspielvertrag nur die kleinen Fehler des Vorgängers ausbügeln und Gesetzeslücken stopfen. Da in den Augen des Rechtsanwalts in gut einem Jahrzehnt das Onlinewetten und -gaming auf allen Ebenen das standortgebundene Glücksspiel ablösen dürfte, sollte sich der Staat offener gegenüber Internetangeboten zeigen. Dies gilt gerade für den Verbot von Onlinecasinos oder Wettangeboten im Internet, mit denen manche Bundesländer ihr Monopol aufrechterhalten wollten.

Konsequenzen für den einzelnen Glücksspieler

Onlinecasinos und andere Spielangebote im Internet wurden von öffentlich-rechtlicher Seite aus zu lange als Konkurrenz wahrgenommen, der digitale Fortschritt lässt sich jedoch nicht aufhalten. Zwar halten sämtliche Bundesländer mittlerweile eigene Angebote wie die Abgabe des Lottoscheins online bereit, nur selten können solche Leistungen jedoch mit dem umfangreichen Spektrum eines vielseitigen Onlinecasinos konkurrieren. Die meisten Spieler werden somit noch einige Jahre warten müssen, bis sie von staatlicher Seite aus ein umfassendes Glücksspielangebot präsentiert bekommen. Ob dies überhaupt gewünscht ist und wie mit weiteren Verpflichtungen, beispielsweise mit dem Schutz vor Spielsucht, umgegangen wird, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden.