William Hill kauft Casino-Plattform Mr. Green

Der börsennotierte britische Buchmacher William Hill will seine internationale Expansion vorantreiben und hat daher die Online-Plattform Mr Green übernommen. 278 Millionen Euro investiert der global agierende Buchmacher in die Übernahme des schwedischen Erfolgsunternehmens, um sich für die Zeit nach dem Brexit zu rüsten. William Hill will sich mit dem strategischen Zukauf deutlich internationaler ausrichten, insbesondere um Wachstumsmöglichkeiten außerhalb des derzeit schwierigen Glücksspielspielmarktes im Vereinigten Königreich zu nutzen.

“Diese geplante Übernahme beschleunigt die Diversifizierung von William Hill – und erschafft uns sofortigen Zugang zu einem digitaleren und internationaleren Geschäft”, erläutert Philip Hillcock, Hauptgeschäftsführer von William Hill. Es gehe nun darum, die erfolgreichen Strukturen der Mr Green Gruppe zu nutzen. Vor allem die Nutzung des maltesischen Firmensitzes von Mr Green bedeutet für William Hill einen starken Wachstumsimpuls.

William Hill ist in Deutschland eher für Sportwetten bekannt. Das von uns getestete Eurogrand Online Casino gehört übrigens auch zur William Hill Gruppe.

Die Marke Mr Green hat Bestand

Seit dem Jahr 2008 hat das Online-Casino Mr Green seine Popularität kontinuierlich ausgebaut und sich zu einer starken Marke etabliert. Die 10-jährige Erfolgsgeschichte feierte das schwedische Unternehmen in diesem Jahr mit einer Reihe lukrativer Bonusaktionen. Auch nach der Übernahme durch William Hill wird Mr Green als eigenständige Marke erhalten bleiben. Die Mr Green Gruppe wird von der Malta Gaming Authority (MAS) reguliert, ist zudem in Italien und Großbritannien mit entsprechenden Glücksspiellizenzen zugelassen und verfügt über eine Casino-Lizenz für Dänemark sowie eine für Sportwetten in Irland.

Die Übernahme von Mr Green durch William Hill ist eine von vielen in der lebendigen internationalen Glücksspielbranche. Pragmatic Play hat sein Portfolio erst im Juli um die zur Novomatic Gruppe gehörenden Studios von Extreme Live Gaming erweitert. Die Kunden in den Online-Casinos bekommen von den Übernahmen wenig mit: erst, wenn sich die Firmenlogos an den Spieltischen verändern, werden unternehmerische Entscheidungen für jedermann ersichtlich. An der Qualität der Casino-Spiele ändert sich jedenfalls nichts.

Neuausrichtung für William Hill unausweichlich

Für William Hill war die strategische Neuausrichtung unausweichlich. Aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen und ansteigender Steuern musste das britische Traditionsunternehmen, das immerhin bereits seit 1934 am Markt agiert, seine Gewinnprognosen für das aktuelle Geschäftsjahr deutlich senken. Schätzungsweise zwischen 225 und 245 Millionen Britische Pfund wird William Hill erwirtschaften, im vergangenen Geschäftsjahr waren es noch 291,3 Millionen GBP.

Die britische Regierung ging hart gegen sogenannte „Fixed Odds Betting Terminals“ (kurz FOBTs) vor. An derartigen Automaten können Kunden Wetten mit festen Quoten abschließen. Betrug die obere Grenze für einen Wetteinsatz bisher 100 Pfund, liegt das Limit nach der Neuregelung nur noch bei 2 GBP. Die enormen Einbußen bei den Betreibern solcher Automaten gehen einher mit geringeren Steuereinnahmen des Staates, der diese Verluste durch eine signifikante Erhöhung der Besteuerung von Gambling-Unternehmen auszugleichen versucht.

William Hill blickt für das zweite Halbjahr auf eine Verringerung der Online-Nettoerlöse in Höhe von fünf Prozent sowie bei den Wettbüros um vier Prozent zurück. Insgesamt stieg der Online-Nettoumsatz bis zum 23. Oktober des laufenden Jahres allerdings um vier Prozent, bei einem gleichzeitigen Umsatzrückgang in den Wettbüros um vier Prozent. Durch eine Neuausrichtung und das Anbieten alternativer Spieloptionen sollen Umsatzeinbußen zukünftig wieder ausgeglichen werden. Im Fokus steht vor allem die Legalisierung von Sportspielen in mehreren Bundesstaaten der USA. Dort stiegen die Nettoerlöse im Jahresverlauf bisher um starke 36 Prozent.

Durch die Übernahme von Mr. Green erweitert der Buchmacher William Hill sein internationales Portfolio. Nicht zuletzt, weil Mr Green ab dem nächsten Jahr eine der neuen schwedischen nutzen wird, die dann für den Betrieb von Online-Casinos in dem skandinavischen Land erforderlich sein werden. Insgesamt sollten die Gewinnprognosen von William Hill für das kommende Geschäftsjahr deutlich positiver ausfallen.

Mybet ist pleite

Der bekannte Sportwettenanbieter mybet hat Insolvenz angemeldet. Nach jahrelanger Misswirtschaft, dauerhaft rückgängigen Einnahmen und Steuerschulden in Millionenhöhe musste mybet schlussendlich das Insolvenzverfahren beantragen und sein Angebot einstellen.

Auch wenn sich die nun eingetretene Situation bereits seit längerer Zeit abgezeichnet hat, sind viele Spieler überrascht und verunsichert. Denn die wichtigste Frage ist, was mit verbliebenem Guthaben auf den Spielerkonten passiert.

Glücklicherweise sind alle Restbeträge auf Spielerkonten nicht von der Insolvenz von mybet betroffen und durch die “Gaming Protection Regulation” gesichert. Das bedeutet zwar, dass das Geld nicht weg ist, bringt aber deutliche Nachteile für Spieler mit sich. Auszahlungen werden aufgrund der notwendigen Überprüfung jeder einzelnen Anfrage durch die Malta Gaming Authority ein großes Maß an Zeit in Anspruch nehmen, schlussendlich aber durchgeführt werden.

Mybet weist auf seiner Seite auf eine “Pause” des Angebots hin. Wir von onlinecasinosdeutschland.de möchten allen Spielern dringend davon abraten, bei einer möglichen (wenn auch sehr unwahrscheinlichen) Rückkehr von mybet, dort zu wetten. Außerdem hoffen wir, dass keiner unserer Leser einen nennenswerten Restbetrag auf seinem mybet Konto hat und sich nun ärgern muss.

Glücksspielrecht – für viele Spieler ein unbekanntes Feld

Bei der Anmeldung in einem Onlinecasino oder der Abgabe des klassischen Lottoscheins machen sich die wenigsten Spieler Gedanken darum, dass sämtliche Schritte von der Aufstellung der Spielregeln bis zur Gewinnauszahlung strengen, rechtlichen Grundsätzen unterliegen. Das Glücksspielrecht gehört zu den eher jungen Disziplinen im Jura, dennoch haben sich einzelne Anwälte auf dieses Gebiet spezialisiert und können Spielern in rechtlich heiklen Situationen weiterhelfen. In einem aktuellen Interview mit dem Rechtsanwalt Martin Reeckmann, der seit zwei Jahrzehnten im Glücksspielrecht spezialisiert ist, wurden Spielern interessante Einblicke und Tipps gegeben.

Spielerschutz als moderne Herausforderung für den Gesetzgeber

gambling lawsWährend die Überprüfung der Spielregeln und der Seriösität eines Spielangebots meist vollkommen sachlich erfolgen kann, gab Reeckmann im Interview die Herausforderung des modernen Spielerschutzes an. Hier hat die rechtliche Instanz genau hinzuschauen, wie öffentlich-rechtliche oder private Anbieter von Spielangeboten die Vorgaben des Gesetzgebers zum Spielerschutz umsetzen. Kampagnen gegen Spielsucht und ähnliche Aktionen sollten dabei aufklären, jedoch nicht vom tatsächlichen Spielangebot abschrecken. Den Gesetzgeber lobte Reeckmann für die Schaffen klarer Richtlinien, durch die z. B. die Beliebigkeit von Spielersperren entfallen ist, dennoch gibt es Nachholbedarf in der Ausformulierung verschiedener Regelungen.

Staatliche Glücksspielverträge in der Kritik

In Deutschland ist das öffentlich-rechtliche Glücksspiel eine Sache der Bundesländer, alleine im vergangenen Jahrzehnt wurde der nationale Glücksspielvertrag als rechtliche Grundlage für die Länder dreimal überarbeitet. Reeckmann geht als Experte kritisch mit diesen Entwicklungen um, häufig würde ein neuer Glücksspielvertrag nur die kleinen Fehler des Vorgängers ausbügeln und Gesetzeslücken stopfen. Da in den Augen des Rechtsanwalts in gut einem Jahrzehnt das Onlinewetten und -gaming auf allen Ebenen das standortgebundene Glücksspiel ablösen dürfte, sollte sich der Staat offener gegenüber Internetangeboten zeigen. Dies gilt gerade für den Verbot von Onlinecasinos oder Wettangeboten im Internet, mit denen manche Bundesländer ihr Monopol aufrechterhalten wollten.

Konsequenzen für den einzelnen Glücksspieler

Onlinecasinos und andere Spielangebote im Internet wurden von öffentlich-rechtlicher Seite aus zu lange als Konkurrenz wahrgenommen, der digitale Fortschritt lässt sich jedoch nicht aufhalten. Zwar halten sämtliche Bundesländer mittlerweile eigene Angebote wie die Abgabe des Lottoscheins online bereit, nur selten können solche Leistungen jedoch mit dem umfangreichen Spektrum eines vielseitigen Onlinecasinos konkurrieren. Die meisten Spieler werden somit noch einige Jahre warten müssen, bis sie von staatlicher Seite aus ein umfassendes Glücksspielangebot präsentiert bekommen. Ob dies überhaupt gewünscht ist und wie mit weiteren Verpflichtungen, beispielsweise mit dem Schutz vor Spielsucht, umgegangen wird, kann aktuell noch nicht abgeschätzt werden.