Rauchender Soldat mit Waffe im Dunkeln.

GB-Studie: Spielsucht bei Soldaten

Eine Studie der BMJ Military Health zeigt, dass britische Ex-Soldaten rund elfmal häufiger an Glücksspielsucht erkranken als die Durchschnittsbevölkerung. Doch wie verlässlich und repräsentativ kann eine Studie sein, die an 5.147 Menschen durchgeführt wurde, von denen 2.535 Teilnehmer der Kontrollgruppe angehörten, während in der Testgruppe ausschließlich Kriegsveteranen zu finden waren?

Hohe Spielrate bei Veteranen

Unter anderem wurde den Veteranen die Frage gestellt, ob sie innerhalb des letzten Jahres an Glücksspiel teilgenommen hätten. 91,5 % der befragten Veteranen antworteten mit „Ja“ . Bei der Kontrollgruppe waren es nur 71 %. Mit 63,3 % wurde allerdings Lotto bei den Veteranen als häufigstes Glücksspiel genannt, bei der Kontrollgruppe waren es sogar 71,2 %.

Lotto, was in vielen Ländern staatlich gefördert wird, ist praktisch auf die wöchentliche Scheinabgabe ausgerichtet. Immerhin gibt es die Möglichkeit, direkt einen Dauerspielschein abzugeben. Auf die generelle Wahrscheinlichkeit einer Spielsucht zu schließen ist zumindest schwierig. Weitere Befragungen befassten sich mit besonders suchtgefährdenden Spielvarianten, zu denen auch Slots gehören.

Hier gaben in der Kontrollgruppe gerade einmal 10,2 % der Befragten an, dass sie bereits an einem Spielautomaten gespielt hätten. Bei den Veteranen war die Zahl mit 29,8 % deutlich höher. Bezogen auf Online-Glücksspiel waren es 8,6 % der Kontrollgruppe und 21,6 % der Veteranen, die an Slot-Spielen bereits einmal teilgenommen hatten.

Problem Gambling Severty Index als Richtlinie genutzt

In Großbritannien gibt es einen Index, der schwieriges Glücksspielverhalten einschätzen soll. Der sogenannte PGSI wurde im Rahmen der Studie für die Veteranen und die Kontrollgruppe angewandt. Die Ermittlung des Ergebnisses kommt durch die Beantwortung von Fragen zustande. Hierbei können die Probanden Antworten zwischen „nie, selten, manchmal, häufig und immer“ auswählen. Maximal gibt es 27 Punkte zu erreichen, ab einem Wert von acht Punkten ist das Spielverhalten allerdings schon als kritisch zu sehen.

Bei der Kontrollgruppe ergaben sich moderate Werte von 6,5 %, wenn von wahrheitsgemäßen Angaben ausgegangen wird. Bei den Veteranen allerdings offenbarte sich, dass rund 43,1 % der Spieler bereits unter gefährlichen Spielverhalten leiden. Woran aber liegt es, dass gerade diese Personengruppe anfälliger für Glücksspiel ist, verglichen mit der Allgemeinbevölkerung?

Trauma birgt große Suchtgefahr

Eine Parallele bei der Beantwortung der Fragen zeigte sich zwischen gesundheitlichen, soziologischen und spielbasierten Themen. Veteranen schnitten in all diesen Lebensbereichen schlechter ab, nahmen häufiger die Dienste eines Mediziners in Anspruch und brauchten häufiger psychologische Hilfe. Auch die Einnahme von Medikamenten kam bei der Veteranen-Gruppe häufiger vor.

In Sachen Suchtgefahr war es nicht nur die Spielsucht, von der die ehemaligen Armeemitglieder betroffen waren, sondern auch Drogen- und Alkoholsucht traten übermäßig oft auf. Ebenfalls wurden häufiger Straftaten nachgewiesen, es kam öfter zur Zahlung von Arbeitslosengeld und staatlichen Zahlungen und die Rate der Schulden war erhöht.

Veteranen oft alleingelassen

Der Studienleiter zeigte sich von den Ergebnissen der Studie wenig überrascht. Durch die im Krieg erfahrenen traumatischen Erlebnisse erlitten viele Veteranen eine posttraumatische Belastungsstörung, die wiederum als Indikator für eine drohende Sucht gilt. Ohne Behandlung der Nachkriegs-Beschwerden drohen Veteranen eher in die Sucht abzurutschen als der Durchschnittsbürger.

Ähnliche Ergebnisse zeigten sich in Europa. In Deutschland gehören Soldaten ebenfalls regelmäßig zu den Patienten mit einer PTBS. 213 neue Fälle wurden im Jahr 2020 diagnostiziert, im Vorjahr lag die Zahl nur bei 183. Da viele Betroffene aber keine ärztliche Hilfe aufsuchen, wird von einer höheren Dunkelziffer ausgegangen.

Für die Betroffenen einer PTBS droht ein Teufelskreis, denn Probleme wie Süchte (Alkohol, Drogen, Spiel), Kriminalität und entstehende Schulden verstärken sich, die Bereitschaft, nach Hilfe zu suchen, ist gering. Für die Studienautoren lassen die Ergebnisse nur ein Fazit zu: Das Thema Spielsucht bei ehemaligen Armeesoldaten muss intensiver beobachtet werden, um präventiv dagegen vorgehen zu können.

Quellen:

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Über den Autor Markus Belz Mein Name ist Markus Belz und bin zum Fachmann in Sachen Online Casinos geworden. Ich schaue bei den Anbietern genau hin und teile auf onlinecasinosdeutschland.de mein Wissen und meine Erfahrungen aus der Welt des Online Glücksspiels.
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