Würfel und Jetons auf einem Laptop.

Sands ins digitale Glücksspiel?

Der Glückspielkonzern Las Vegas Sands will von seiner bis dato eher konservativen Unternehmensphilosophie abweichen und zukünftig verstärkt in den Online-Glücksspielmarkt investieren. Das gab der US-amerikanische Casinobetreiber vor Kurzem per offizieller Pressemitteilung bekannt. So wolle man sich als strategischer Investor aufstellen und sich auf digitale Gaming-Technologielösungen fokussieren.

Online-Glücksspiel boomt

Kaum ein Industriezweig hat sich in den vergangenen Jahren so stark entwickelt wie die Glücksspielbranche. Das rapide Wachstum geht dabei speziell auf den boomenden Online-Markt zurück, der vor einigen Jahren von den meisten Staaten noch als restriktive Zone behandelt wurde. Dadurch war es der Spielergemeinde nur vereinzelt möglich, auf ein legales und vor allem sicheres Online-Spielangebot zurückzugreifen.

Aktuell ist der Status quo ein gänzlich anderer. Viele Länder haben sich politisch umstrukturiert und das Online-Glücksspiel mit einem modernen Gesetzesrahmen ausgestattet. Seriösen und etablierten Branchenakteuren ist es unter Vorbehalt einer jeweiligen Glücksspiellizenz erlaubt, ihr Spielangebot legal im Netz zu offerieren. Als eines der größten und bekanntesten Unternehmen erfüllt auch Las Vegas Sands alle Anforderungen, um im digitalen Glücksspielmarkt zu operieren. Doch der Konzern hatte sich bis zuletzt von dem boomenden Branchensegment ferngehalten.

Grund für die konservative Unternehmensausrichtung war die Haltung des Gründers und langjährigen CEOs Sheldon Adelson. Dieser hatte sich stets gegen eine Expansion in den Online-Glücksspielmarkt ausgesprochen und bis zu seinem Tod im Januar 2021 die Strategie verfolgt, ausschließlich in terrestrisches Glücksspiel zu investieren. Sein Nachfolger Robert Goldstein will nun jedoch den konservativen Pfad verlassen und eine Digitalkampagne auf die Beine stellen.

Fokus auf Dienstleistungen

Das strategische Investment von Sands solle sich laut offizieller Pressemitteilung gezielt auf B2B-Lösungen für den digitalen Glücksspielmarkt konzentrieren. Andere Unternehmen aus der Branche sollen im Idealfall mit modernen Dienstleistungen versorgt werden. Um welche Angebote und Leistungen es sich dabei konkret handelt, erwähnte der Konzern in seiner Mitteilung allerdings nicht. Es sei jedoch ein „Investment-Team“ ins Leben gerufen worden, das die aktuelle Marktlage analysieren und eine entsprechende Nachfrage herausfiltern soll.

Goldstein gab diesbezüglich zu Protokoll, dass Sands mit der neuen Digitalkampagne die Führungsposition in der Branche ausbauen wolle. Man werde eine Strategie entwickeln, die digitale Spiele und die damit verbundene Angebote weitervorantreiben sollen. Als eines der größten Unternehmen in der Branche verfüge man über das entsprechende Knowhow und sehe im Online-Glücksspiel einen geeigneten Markt, um in die zu entwickelnden Technologien zu investieren.

Konkurrenz in Front

Welche Absichten Las Vegas Sands mit seiner Digitaloffensive hegt, ist zwar offensichtlich, dennoch lässt der US-Konzern bis dato offen, wie die genaue Umsetzung aussehen wird. Zudem wird sich CEO Goldstein darüber im Klaren sein, dass der Einstieg ins Online-Glücksspiel mit Verspätung angekündigt wurde. Adelsons strikte Abneigung gegen den digitalen Markt hat Sands in diesem Bereich der Branche auf die hinteren Plätze befördert.

Denn die namhafte Konkurrenz ist längst im Internet tätigt. So hat etwa Caesars Entertainment durch seine milliardenschwere Übernahme des Buchmachers William Hill seinen Blick verstärkt auf das digitale Geschäft ausgerichtet.

Ob Sands ebenfalls so viel Geld in die Hand nehmen wird, um die geplante Digitalkampagne mit dem nötigen finanziellen Fundament auszustatten, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Dass der Glücksspielkonzern über die nötigen Mittel verfügt, steht jedoch außer Frage. So hat sich das Unternehmen im März 2021 von seinen Casinos ins Las Vegas getrennt. Der Verkaufspreise lag bei 6,25 Milliarden US-Dollar.

Landesbasiertes Glücksspiel bleibt bestehen

Trotz der großangekündigten Digitaloffensive wird Las Vegas Sands weiterhin dem landesbasierten Glücksspiel treu bleiben. Das belegt die jüngst bekanntgewordene Megaspende an eine Lobbyisten-Gruppe in Florida. Ziel der Finanzspritze ist dabei, eine Legalisierung in dem US-Staat in die Wege zu leiten. Neben dem Sands bemühen sich auch zahlreiche andere Investoren aus der Branche um eine Marktliberalisierung.

Zu den großzügigen Geldgebern soll nach Angaben verschiedener US-Medien auch ein Konzern des Ex-Präsidenten Donald Trump gehören. Inwiefern der 75-Jährige persönlich in der Lobbyarbeit involviert ist, geht aus den Medienberichten jedoch nicht hervor. Dafür wurde allerdings eine konkrete Summe veröffentlicht, die Las Vegas Sands einem Komitee gespendet haben soll, die für den nötigen politischen Einfluss sorgt. Kolportiert werden rund 17 Millionen US-Dollar.

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Über den Autor Markus Belz Mein Name ist Markus Belz und bin zum Fachmann in Sachen Online Casinos geworden. Ich schaue bei den Anbietern genau hin und teile auf onlinecasinosdeutschland.de mein Wissen und meine Erfahrungen aus der Welt des Online Glücksspiels.
Markus Belz Casino Experte & Autor   Mail