Spanische Flagge weht im Wind vor blauem Himmel.

Spanien: neues Glücksspieldekret

Zwischen dem 15. Juli und dem 9. August findet in Spanien eine Konsultationsrunde statt, die vom Verbraucherministerium eröffnet wurde. Hier können sich Interessierte und Vertreter der Glücksspielbranche zu dem geplanten Dekret äußern, was das Verbraucherministerium für den Bereich des Online-Glücksspiels erarbeitet hat. Das Ziel dahinter: Online-Glücksspiele sollen sicherer werden.

Einschränkungen für Betreiber und hohe Anforderungen

Die spanische Glücksspielbehörde hat es sich zur Aufgabe gemacht, das aktuell vorhandene Gesetz an den Markt anzupassen. Die Direktion erklärte in einem Interview hierzu, dass das Hauptaugenmerk auf einem intensiven Verbraucherschutz und einer verbesserten und sicheren Glücksspielregulierung liege. Zehn Jahre nach der bisherigen Regulierung habe sich der Markt gefestigt und es sei erforderlich, sich hier den Gegebenheiten anzupassen.

Bei genauerer Betrachtung bringen die geplanten Vorschriften zahlreiche neuen Anforderungen, aber auch Einschränkungen für Betreiber von Online-Glücksspiel mit. Frappierend sind vor allem die geplanten Einsatzlimits und die zeitlichen Begrenzungen, die sowohl im Casinobereich als auch bei Online-Wetten eingeführt werden sollen.

So soll künftig von Spielern bei jedem Casinobesuch die Festlegung eines Zeitlimits und einer Ausgabengrenze eingefordert werden. Die gemachten Angaben dürfen für weitere Besuche im Onlinecasino nicht gespeichert werden. Beim nächsten Casinobesuch müssen Zeitlimit und Ausgabegrenze erneut manuell festgelegt werden. Außerdem sollen Spieler auf freiwilliger Basis die Möglichkeit haben, bis zum nächsten Spieleinsatz eine Sperrzeit festzulegen.

Informationen während des Spielbetriebs für Spieler geplant

Es ist den Besuchern des Online-Casinos darüber hinaus nicht gestattet, ihre gemachten Angaben während einer aktuellen Spielzeit zu verändern. Die Aufgabe des Casinobetreibers bestehe darin, die Endkunden kurz vor dem Ende der laufenden Spielzeit oder bei Erreichen der Ausgabegrenze, zu informieren. Beendet der Kunde seine Sitzung nicht selbstständig, ist es Aufgabe des Casino-Betreibers, ihn abzumelden.

Online-Buchmacher sind ebenfalls betroffen, denn hier sollen Spieler künftig eine tägliche Spielzeit auf 24 Stunden festlegen. Außerdem ist eine maximale Einzahlungsgrenze des Spielers erforderlich, die er vor Beginn der Wett-Zeit angeben muss. Er hat darauf keinerlei Möglichkeiten, dieses Limit während der laufenden Zeitperiode zu verändern.

Sowohl bei Online-Buchmachern als auch im Echtgeld-Casino im Internet sollen Spieler künftig während ihrer aktuellen Spielzeit über Gewinne und Verluste informiert werden. Angedacht ist eine Nachricht, die alle 30 Minuten automatisiert erfolgt. Inhalt soll unter anderem die aktuelle Spieldauer sein, jedoch sollen auch Einsätze und vor allem Verluste dokumentiert werden, um dem Spieler sein Spielverhalten genau vor Augen zu führen.

Hinweispflicht für sicheres Onlinespiel

Das Dekret sieht außerdem vor, dass jeder Anbieter von Online-Glücksspiel umfassende Informationen rund um das Thema Sicherheit bereithalten und verlinken muss. Folgende Inhalte müssen daraus hervorgehen:

Risken, die von Glücksspiel ausgehen:

  • Generelles Teilnahmeverbot für Personen unter 18
  • Vorhandene Optionen, die Teilnahme mittels Selbstausschluss zu verhindern
  • Limits bei Einzahlungen
  • Organisationen, die unterstützend bei der Behandlung von Spielsucht helfen
  • Möglichkeiten der Prävention
  • Kontrollmechanismen und Optionen für Eltern
  • Studien, die sich mit verantwortungsvollem Glücksspiel beschäftigen
  • Selbsttests, die das aktuelle Spielverhalten analysieren
  • Erkennungsmechanismen von riskantem Verhalten
  • Eine Hilfshotline, die sicheres Glücksspiel fördert

Weitreichende Informationen, die den Spieler über seine Sitzungshäufigkeit, seine Wetteinsätze und insbesondere seine Verluste informiert, sollen einmal pro Monat erstellt werden. Ergibt sich bei einem Glücksspielteilnehmer der Verdacht auf ein riskantes Spielverhalten, ist die Weiterleitung von Werbung nicht gestattet. Diese Personengruppen werden außerdem von Einzahlungen per Kreditkarte ausgeschlossen und erhalten Informationen über den freiwilligen Selbstausschluss.

Verbraucherschutzvorgaben mögliche Problemstellen

Bislang ist in Planung, dass das Dekret bis spätestens Juli kommenden Jahres verabschiedet werden kann. Es ist allerdings noch nicht absehbar, ob die genaue Planung des Verbraucherschutzes realistisch auch wirklich umgesetzt werden kann. Die derzeit laufende Konsultationsrunde wird mit Sicherheit für hitzige Debatten sorgen und auch dafür, die Machbarkeit der einzelnen Punkte zu diskutieren.

In welcher Form Spanien tatsächlich Änderungen vornehmen und welche Folgen das für Betreiber von Online-Casinos und Online-Buchmacher haben wird bzw. wie die Zukunft des Online-Glücksspiels in Spanien aussehen kann, zeigt sich dann mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Monaten.

Quellen:

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Über den Autor Avi Fichtner Mein Name ist Avi Fichtner und ich arbeite seit 12 Jahren im Bereich Glücksspiel. Ich habe mehrere große Informationsseiten aufgebaut und kenne mich bestens aus. Ebenfalls seit 12 Jahren beobachte ich die gescheiterten Regulierungsversuche in Deutschland und schreibe dazu.
Avi Fichtner Casino Experte & Autor   Mail