Regulierung: kommt eine Gesichtskontrolle?

In den letzten Wochen haben wir bereits mehrfach über neue Ansätze für die kommende Regulierung des Glücksspiels in Deutschland gesprochen. Bisher haben wir Möglichkeiten größtenteils nur aufgezeigt, aber nicht hinterfragt. Beispielsweise möchte Australien in Zukunft eine Gesichtserkennung zum Schutz der Spieler und Jugendlicher einführen. In anderen Ländern wie dem Vereinigten Königreich (Großbritannien) sollen alle Einsätze auf 2 Pfund reguliert werden – egal ob Spielautomat oder Live-Casino. Ist das überhaupt möglich und rechtens?

Spieler- und Jugenschutz bei Glücksspiel

Wie bereits angesprochen planen Länder wie Australien eine Gesichtserkennung für Glücksspiel einzuführen. Begründet wird das Ganze mit dem Argument, dass Jugend- und Spielerschutz das Höchstmaß aller Dinge sind. Hier können wir nur zustimmen. Allerdings wird eine solche Regulierung in Ländern wie in Deutschland nicht funktionieren. Schließlich sind wir nicht in China, wo bereits jetzt in vielen Lebensbereichen mit Gesichtserkennung gearbeitet wird. Privatleben gibt es sozusagen nicht – in Deutschland allerdings (zum Großteil) schon.

Mit welchem Recht sollten Schutzinstitute eine derartige Verfikation durchführen dürfen? Mit keinem! Eine Lösung, die bereits jetzt in Online Casinos und lokalen Spielbanken angeboten wird, wäre den Ausweis zu mailen bzw. vorzuzeigen, bevor gespielt werden kann. Den Computer und alle Personaldokumente können und sollten Eltern vor ihren Kindern eigenständig und verantwortungsvoll schützen. Eine weitere Idee wäre eine Art „Online Ident“ einzuführen, wie es bereits bei Girokonten der Fall ist. Also, eine einmalige Verfikation im Videochat mit Ausweisdokumenten.

Weiterhin finden wir die Idee, dass keine Elemente, die Kinder ansprechen, bei Werbungen oder Anzeigen verwendet werden dürfen, grundsätzlich nicht schlecht. Allerdings stellt sich erneut die Frage: wer entscheidet, was Kinder anspricht. Der Psychologe, die Eltern oder möglicherweise die Minister? Letztere bräuchten für eine solche Entscheidung erfahrungsgemäß über 10 Jahre Zeit – wir erinnern uns, die rechtliche Situation in Deutschland.

Einsatzlimits vom Staat festgelegt

In Großbritannien gilt Spielsucht inzwischen als Gesundheitskrise – ein wenig überspitzt, aber die Medien erfreuen sich immer wieder daran. In England soll deshalb eine Höchstgrenze von 2 Pfund pro Einsatz eingeführt werden. Diese Regelung gilt bereits bei stationären Spielautomaten und soll nun auch bei Online Casinos in Kraft treten. Grundsätzlich ist die Idee nicht schlecht oder verwerflich, gibt es doch einige Fragen zu beantworten (für Deutschland):

  • Für wen sind 2 Euro zu viel und für wen zu wenig?
  • Wie soll das geprüft werden?
    • Anhand des Einkommens möglicherweise?
    • Wer kontrolliert das?
    • Was ist mit sehr wohlhabenenden Personen, die im Prinzip kein „Einkommen“ haben?
  • Steht eine jährliche Prüfung diesbezüglich an?
  • Wer gewährleistet den Datenschutz?
  • Wer entscheidet, ob beispielsweise 1.000 Euro im Monat zu viel oder zu wenig sind?

Fazit: Mehr auf der Agenda als angenommen?

Wir haben zwei Bereiche angesprochen, die auf jeden Fall große Beachtung in den Diskussionen und Arbeiten zum neuen Glücksspielstaatsvertrag erhalten. Wie wir sehen können, gibt es einiges zu klären und viele Fragen zu beantworten, die mit noch mehr Fragen resultieren könnten. Hierbei haben wir die steuerlichen Aspekte noch nicht angesprochen.

Fakt ist, Deutschland darf nicht denselben Fehler wie Frankreich machen. Ein unattraktiver Markt hält neue Anbieter fern und macht staatliche Anbieter nicht zwangsweise attraktiv. Menschen würden weiterhin in Südsee Casinos gehen und den heimischen Markt nicht unterstützen.

Ein gutes Gleichgewicht hat beispielsweise Dänemark gefunden. Trotz staatlicher Regulierung ist die Grundlage für Spieler und Anbieter attraktiv. Immer wieder wird beobachtet, wie neue Anbieter in den Skandinavischen Markt vordringen und sich etablieren können. Wir sehen also, es gibt Länder, die gute Inspirationen für eine neue, optimierte und vor allen Dingen annehmbare Glücksspielregulierung in Deutschland geben.

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Über den Autor Markus Belz
Mein Name ist Markus Belz und bin zum Fachmann in Sachen Online Casinos geworden. Ich schaue bei den Anbietern genau hin und teile auf onlinecasinosdeutschland.de mein Wissen und meine Erfahrungen aus der Welt des Online Glücksspiels.

Markus Belz Casino Experte & Autor   Mail