Studie: wie können Online Casinos reguliert werden?

Aktuell gibt es eine Regulierung für Online Casinos und Online Poker. Diese ist allerdings nicht EU konform und wurde bereits mehrfach von der EU Kommission bemängelt. Aktuell tagen die Ministerpräsidenten über die Zukunft von Online Casinos in Deutschland und versuchen eine neue, bessere und EU konforme Regulierung auf die Beine zu stellen.

Unverständlicherweise stehen zu dieser Zeit nur Sportwettenanbieter im Fokus und sollen demnach ab Januar 2020 mit einer neuen Lizenz reguliert werden – Online Casinos sind hiervon ausgeschlossen. Die Entscheidung, Online Casinos aus dieser Konzession auszuschließen, beruht auf einer veralteten Studie aus 2008. Nun gibt es eine neue Studie von der Universität Hamburg, die bisherige Annahmen klar und deutlich widerlegt.

Eine Studie aus Hamburg zeigt, dass Casino- und Automatenspiele nicht gefährlicher sind als beispielsweise Sportwetten. Damit wird ein immer wieder genanntes Argument widerlegt und dank der äußerst aktuellen Studie (Stand: September 2019) neues Licht auf Online Casinos geworfen. Bleibt abzuwarten wie oder, ob die Ministerpräsidenten überhaupt reagieren – bekannterweise werden belegbare Ergebnisse zu Gunsten von Online Casinos gerne übersehen.

Universität Hamburg – Studie vom September 2019 zu online Glücksspiel

Universität HamburgObwohl noch keine Regulierung von Online Casinos in Deutschland beschlossen wurde, gibt es Einigkeit: Glücksspiele im Internet sind ein sensibles Thema. Hierzu hat die Universität Hamburg eine Studie veröffentlicht, die Regulierungsoptionen für den deutschen Onlineglücksspielmarkt anspricht.

Gefördert wurde die Studie im übrigen von den Bundesländern Hamburg, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.

Neben Untersuchungen von Lootboxen und Pay-to-Win-Spielen galt die zentrale Aufmerksamkeit den Online Casinos in Deutschland. Machen Casino Spiele süchtiger als Sportwetten? Der Studie zufolge: Nein. Die Auswertung zeigt zwar, dass es mit 14,5% Hochrisikospielern eine nicht zu verachtende Rate ist, allerdings liegt dieser Wert im Toleranzbereich anderer Studienergebnisse bei vergleichbaren Ausarbeitungen der BZgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung). Grund für höhere oder niedrigere Werte ist die unterschiedliche Datenerhebung und Methodik. Fragwürdig ist also, wieso es für Sportwetten mit sehr ähnlichem Suchtpotenzial ab 2020 eine Lizenz geben wird und für Online Casinos nicht.

EU Recht schützt Online Casinos

EU RechtDass die neue Lizenz für Sportwetten ein absolutes Online Casino Verbot darstellt, ist jedem Anbieter bewusst. Deshalb gibt es auch keinerlei Bewerbungen um eine solche Konzession. Dies wurde vom Regierungspräsidium bemerkt, weshalb nun weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

Zahlungsanbieter rücken in den Fokus

Mit Hilfe von Zahlungsanbietern will sich die “Regulierungsbehörde” Zugriff auf den Zahlungsverkehr erschleichen oder zumindest Transaktionen erschweren. PayPal Online Casinos gibt es inzwischen ja nicht mehr. Paypal hat sich allerdings nur aus dem Glücksspielsegment zurückgezogen, weil es einen kleinen Teil des Geschäfts ausmacht und nicht, weil die Behörden nicht zu stemmenden Druck ausgeübt hätten.

Langfristig macht diese Strategie allerdings keinen Sinn, denn Kryptowährungen sind nicht nur beim CFD-Handel eine sehr beliebte Anlage-Option, sondern werden nun auch in Internet Spielhallen angeboten. Online Casinos mit Bitcoin bieten beispielsweise komplette Anonymität bei Ein- und Auszahlungen. Zeitgleich gibt es auch für Kryptowährungen keine echte Regulierung in Deutschland.

Wie geht es 2020 weiter?

Einige Bundesländer haben sich im Hinterstübchen inzwischen entschieden: Wenn keine gemeinsame Lösung gefunden wird, werden Lizenzvergaben auf Basis des Landesrechts erfolgen. Anfänglich war es nur Schleswig-Holstein, das ohnehin seit fast einem Jahrzehnt eine eigene – erfolgreiche – Schiene fährt. Nun sind es fast die Hälfte der Bundesländer in Deutschland, die diese Lösung ebenfalls in Erwägung ziehen.

Ziel sollte es jedenfalls sein, eine einheitliche Regulierung zu schaffen, die den deutschen Markt für Anbieter attraktiv macht, aber Punkte wie den Spielerschutz nicht vernachlässigt. Andernfalls wird das bürokratische Deutschland auf das nächste Level der Bürokratie aufsteigen. Verlieren tun dabei vor allem die Spieler, die sich mangels attraktiver legaler Angebote von Südsee Online Casinos locken lassen.

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Über den Autor Avi Fichtner Mein Name ist Avi Fichtner und ich arbeite seit 12 Jahren im Bereich Glücksspiel. Ich habe mehrere große Informationsseiten aufgebaut und kenne mich bestens aus. Ebenfalls seit 12 Jahren beobachte ich die gescheiterten Regulierungsversuche in Deutschland und schreibe dazu.
Avi Fichtner Casino Experte & Autor   Mail