Glücksspiel-Pionier mit weltweiter Fan-Gemeinde: bet-at-home im Portrait
- Die bet-at-home.com AG wurde 1999 in Österreich gegründet und ist an der Frankfurter Börse notiert. Der langjährige französische Mehrheitseigentümer Betclic Everest Group ist Ende 2025 ausgestiegen, seither prägen Streubesitz und eine Aktionärsgruppe um Gründer Franz Ömer die Eigentümerstruktur.
- Das Geschäft ruht auf zwei Säulen: den Online-Sportwetten und den Slots. Insgesamt sind es mehr als 5,9 Millionen registrierte Kunden weltweit.
- Der Konzern beschäftigt rund 100 Mitarbeiter. Im Jahr 2025 erreichte der Brutto-Wett- und Gamingertrag 48,0 Millionen Euro, unter dem Strich stand erstmals seit Jahren wieder ein Gewinn.
- Das regulatorische Umfeld in Deutschland und Österreich prägt die Entwicklung des Unternehmens stark.
Hinter einer der bekanntesten Wettmarken im deutschsprachigen Raum steht ein börsennotierter Konzern mit österreichischen Wurzeln und Sitz in Düsseldorf, dessen langjähriger französischer Mehrheitseigentümer Ende 2025 ausgestiegen ist. Von der Gründung 1999 über den Höhenflug an der Börse bis zu Lizenzstreit, Eigentümerwechsel und Neuausrichtung zeichnet der nachfolgende Beitrag den Werdegang der bet-at-home.com AG nach und schaut hinter die Kulissen des weltweit bekannten Glücksspielunternehmens.
Werdegang des Unternehmens
Gegründet wurde bet-at-home Ende 1999 im oberösterreichischen Wels. Als Gründer gelten Jochen Dickinger und Franz Ömer, die im März 2000 die Website www.bet-at-home.com online stellten und sich zunächst ausschließlich auf Online Sportwetten konzentrierten. Ein begleitender Livescore-Dienst führte 2002 zum ersten größeren Relaunch des Auftritts.
Parallel wuchs das Produktangebot, das Online Casino startete im November 2005. Ein Jahr später kam das Poker-Portal hinzu. Im Jahr 2009 erweiterten Livewetten und die Produktlinie Games das Portfolio. Eine prägende Veränderung brachte das Jahr 2009. Am 5. September übernahm die französische Betclic Everest Group die Aktienmehrheit und wurde damit zum langfristig orientierten Kernaktionär.
| Jahr | Meilenstein |
|---|---|
| 1999 | Gründung in Wels (Oberösterreich) durch Jochen Dickinger und Franz Ömer |
| 2000 | Start der Website mit Fokus auf Online-Sportwetten |
| 2004 | Umwandlung in eine AG (Mai), Börsengang (Dezember) |
| 2005 / 2006 | Start von Online-Casino und Poker-Angebot |
| 2009 | Betclic Everest Group übernimmt die Mehrheit (5. September) |
| 2016 / 2017 | Aufnahme in Prime Standard und SDAX |
| 2021 | Einstellung des Online-Casinos in Österreich, Abwicklung der Entertainment Ltd. |
| 2022 | Entzug der UK-Lizenz, Auslagerung des Betriebs an EveryMatrix |
| 2025 | Ausstieg der Betclic Everest Group, Verkauf der 53,9%-Mehrheitsbeteiligung im vierten Quartal |
| 2025 / 2026 | Vorstandswechsel zu Claus Retschitzegger, danach Stefan Sulzbacher; Aktionärsgruppe um Gründer Franz Ömer wird einflussreichste Gruppe |
Ab 2021 geriet das österreichische Geschäft unter Druck. Im Oktober 2021 stellte der Konzern das Online Casino Angebot in Österreich ein. Kurz darauf begann das gerichtliche Abwicklungsverfahren der maltesischen bet-at-home.com Entertainment Ltd. Im Juli 2022 entzog die britische Gambling Commission bet-at-home die UK-Lizenz, und das operative Geschäft für den deutschsprachigen Markt wurde technisch an den Dienstleister EveryMatrix ausgelagert.
An der Unternehmensspitze gab es zuletzt mehrere Wechsel. Mit Wirkung zum 1. Juni 2025 übernahm der langjährige Jurist Claus Retschitzegger den Vorstand als Alleinvorstand auf zunächst ein Jahr befristet. Zum April 2026 bestellte der Aufsichtsrat den Ökonomen Stefan Sulzbacher, zuvor im Vorstand der Interwetten-Gruppe, zum neuen Vorstandsvorsitzenden.
Den tiefsten Einschnitt der jüngeren Geschichte brachte jedoch der Eigentümerwechsel. Die Betclic Everest Group SAS, seit 2009 mit 53,9% Mehrheitsaktionär, verlor Ende November 2025 ihre Mehrheit und veräußerte ihre gesamte Beteiligung im vierten Quartal 2025 an eine Vielzahl von Erwerbern.
Hintergrund war, dass die übergeordnete Banijay Group N.V. eine Mehrheit an einem Wettbewerber übernahm. Zum Bilanzstichtag 31. Dezember 2025 hielt damit kein einzelner Aktionär mehr fünf Prozent oder mehr der Stimmrechte. Anfang 2026 baute eine Aktionärsgruppe um Firmengründer Franz Ömer und Stefan Sulzbacher die einflussreichste Beteiligung auf.
Konzernstruktur und Geschäftsbereiche
Operativ tritt der Konzern nach außen einheitlich auf, während er rechtlich über mehrere Gesellschaften und Jurisdiktionen verteilt ist. An der Spitze steht die bet-at-home.com AG mit Sitz in Düsseldorf, die selbst kein Glücksspiel anbietet, sondern als börsennotierte Holding fungiert. Das eigentliche Geschäft betreiben die mittelbaren Beteiligungsgesellschaften.
Eine zentrale Rolle spielt die zu 100% gehaltene bet-at-home.com Entertainment GmbH mit Sitz in Linz. Diese Gesellschaft erbringt für die übrigen Konzerngesellschaften Dienstleistungen in den Bereichen IT, Finanzen, Kundenmanagement und Recht. Die für das Angebot nötigen internationalen Lizenzen für Sportwetten und Casino liegen dagegen bei der bet-at-home.com Holding Ltd. mit Sitz in Mosta auf Malta.

Inhaltlich ruht das Angebot auf zwei Säulen, den Online Sportwetten und dem Online Gaming mit Casino-Spielen. Auch im Konzernabschluss 2025 führt das Management beide Bereiche als ein einziges operatives Segment im Sinne des Rechnungslegungsstandards IFRS 8, da sie eng verzahnt gesteuert werden. Für die Geschäftsentwicklung weist der Konzern die beiden Bereiche dennoch getrennt aus.
Unternehmensstruktur auf einen Blick
Wie sich der Konzern hinter der Marke gliedert, zeigt die folgende Übersicht der Unternehmensstruktur. An der Spitze steht die börsennotierte AG, darunter folgen die zu jeweils 100% gehaltenen Konzerngesellschaften in Österreich, Malta und Gibraltar.
CBAM & SUB GmbH · ~29,7% (Acting in Concert) · J. Dickinger 6,0% · Merit France 5,0% · Streubesitz 59,3%
Düsseldorf · börsennotierte Muttergesellschaft (Holding)
100% Anteil an allen Konzerngesellschaften
Dienstleistungen für IT, Finanzen, Kundenmanagement und Recht · 100%
Beteiligungsholding · 100%
Konzerngesellschaft · 100%
Hält die Sportwetten- und Gaming-Lizenzen · 100%
Internationale Konzerngesellschaft · 100%
Betrieb des deutschen Angebots, in der GGL-Whitelist geführt · 100%
Konzerngesellschaft · 100%
Konzernstruktur zum 31.12.2025 nach dem Konsolidierungskreis (gegenüber dem Vorjahr unverändert). Die maltesische bet-at-home.com Entertainment Ltd. befindet sich in Liquidation und wurde bereits 2022 entkonsolidiert. Die Eigentümerangaben oben geben den Stand nach dem Ausstieg der Betclic Everest Group wieder (Stimmrechtsmeldungen Anfang 2026). Datenquelle Geschäftsbericht 2025.
Geschäftszahlen und Mitarbeiter
Als zentrale Spitzenkennzahl berichtet der Konzern den Brutto-Wett- und Gamingertrag, also die Wett- und Spieleinsätze abzüglich der ausgezahlten Gewinne, noch vor Wettsteuern und Boni. Im Geschäftsjahr 2025 ging dieser Wert um 8,2% auf 48,0 Millionen Euro zurück. Die beiden Bereiche entwickelten sich dabei gegenläufig: Während das Gaming auf 6,6 Millionen Euro zulegte, sanken die Sportwetten auf 41,4 Millionen Euro. Belastend wirkte vor allem die zum 1. April 2025 von 2% auf 5% angehobene österreichische Wettgebühr.
Hinter dem Ertrag stehen deutlich höhere Bruttoumsätze. Die gesamten Wett- und Gamingeinsätze summierten sich 2025 auf rund 357,3 Millionen Euro, davon entfielen etwa 300,3 Millionen Euro auf Sportwetten und rund 57,0 Millionen Euro auf das Gaming. Nach Abzug von Wettsteuern und ähnlichen Abgaben verblieb ein Netto-Wett- und Gamingertrag von 36,9 Millionen Euro.
Beim Ergebnis gelang dagegen die Wende. Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen (EBITDA vor Sondereinflüssen) erreichte 2,6 Millionen Euro und lag damit innerhalb der eigenen Prognose. Unter dem Strich kehrte der Konzern in die Gewinnzone zurück: Nach einem Fehlbetrag von 4,45 Millionen Euro im Vorjahr stand 2025 ein Konzernjahresüberschuss von 2,27 Millionen Euro. Das Eigenkapital stieg auf 25,26 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote auf 51,7%. Personell blieb der Konzern schlank: Zum 31. Dezember 2025 waren 98 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt nach 101 im Vorjahr.
| Kennzahl (Konzern) | 2025 | 2024 |
|---|---|---|
| Brutto-Wett- und Gamingertrag | 48,0 Mio. Euro | 52,3 Mio. Euro |
| davon Sportwetten | 41,4 Mio. Euro | 46,5 Mio. Euro |
| davon Gaming | 6,6 Mio. Euro | 5,8 Mio. Euro |
| Wett- und Gamingeinsätze | 357,3 Mio. Euro | 410,0 Mio. Euro |
| Netto-Wett- und Gamingertrag | 36,9 Mio. Euro | 41,6 Mio. Euro |
| EBITDA vor Sondereinflüssen | 2,6 Mio. Euro | 4,8 Mio. Euro |
| Konzernjahresergebnis | +2,27 Mio. Euro | -4,45 Mio. Euro |
| Eigenkapital | 25,26 Mio. Euro | 22,99 Mio. Euro |
| Mitarbeiter (Stichtag) | 98 | 101 |
Der Jahresauftakt 2026 verlief allerdings holprig. Im ersten Quartal 2026 sank der Brutto-Wett- und Gamingertrag um 16,1% auf 11,3 Millionen Euro, vor allem weil die höhere österreichische Wettgebühr seit Juni 2025 an die Kunden weitergegeben wird und im Vorjahresquartal noch nicht wirksam war. Das Gaming wuchs gegen den Trend um 13,1% auf 1,7 Millionen Euro, das EBITDA vor Sondereinflüssen lag mit -0,1 Millionen Euro leicht im Minus.
Für das Gesamtjahr 2026 stellt der Vorstand einen Brutto-Wett- und Gamingertrag von 46 bis 54 Millionen Euro sowie ein EBITDA vor Sondereinflüssen von 0 bis 4 Millionen Euro in Aussicht. Positive Impulse erhofft sich der Konzern von der Fußball-Weltmeisterschaft, die im Juni und Juli 2026 in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird.
Brutto- oder Netto-Ertrag?
Der Brutto-Wett- und Gamingertrag entspricht den Einsätzen der Kunden abzüglich der an sie ausgezahlten Gewinne. Erst nach Abzug von Wettsteuern und vergleichbaren Abgaben ergibt sich der Netto-Wett- und Gamingertrag. Diese Branchengröße ist mit dem klassischen Umsatzbegriff anderer Industrien nicht direkt vergleichbar.
Das Wettangebot und das Sponsoring
Den Kern des Geschäfts bilden bis heute die Sportwetten. Abgedeckt werden nach Unternehmensangaben mehr als 75 Sportarten mit über 120.000 Wettereignissen pro Monat, im Mittelpunkt steht der Fußball mit einer breiten und tiefen Auswahl an Ligen und Wettmärkten. Daneben gehören Tennis, Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball zum festen Programm. Bei den Wettarten stehen Einzel-, Kombi- und Systemwetten zur Wahl.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Livewetten, die täglich auf zahlreiche Begegnungen angeboten werden. Über das gesamte Geschäftsjahr 2025 kam das Sportwettenangebot auf mehr als 1,5 Millionen Events einschließlich eSport, davon rund 1,4 Millionen Live-Events.
Der Fußball dominiert auch hier, gut vertreten sind zudem Tennis und Eishockey sowie Nischensportarten wie Snooker, Futsal oder Wintersport. Bei den Quoten erreicht der Anbieter in europäischen Spitzenligen laut Testportalen Auszahlungswerte von bis zu rund 96% auf die Hauptmärkte, während die Quoten im Livebereich im Vergleich eher durchschnittlich ausfallen.
Sponsoring von bet-at-home
In puncto Sportsponsoring ist bet-at-home vielseitig aufgestellt. Den Anfang machte 2002 eine Partnerschaft mit dem österreichischen Klub SV Ried, ab 2011 trat das Unternehmen als Premium Partner des FC Schalke 04 auf. Den größten Auftritt in Deutschland brachte das Engagement bei Hertha BSC, wo die Marke von 2015 bis 2018 als Haupt- und Trikotsponsor auflief, mit einer Zahlung von bis zu 6 Millionen Euro pro Jahr und dem ersten Trikotsponsoring der Marke in der Fußball-Bundesliga.

Über die Jahre reichte das Engagement weit über den Fußball hinaus, von Tennis und Handball über Basketball und Eishockey bis in den Wintersport. Diese intensive Marketingausrichtung erklärt zu einem guten Teil auch die hohen Werbeaufwendungen des Konzerns. Die folgende Übersicht bündelt die wichtigsten Partnerschaften nach Sportart.
Fußball
Vereinspartnerschaften:
- FC Schalke 04 (2011 bis 2021)
- Hertha BSC (2015 bis 2018)
- Borussia Mönchengladbach (2011 bis 2013)
- FC St. Pauli (2011 bis 2013)
- FK Austria Wien (2007 bis 2021)
- FC Red Bull Salzburg (2018 bis 2021)
- SV Ried (2002 bis 2018)
- FC Blau Weiß Linz (2009 bis 2013)
- SC Schwanenstadt (2006 bis 2007)
- Wisła Krakau (2006 bis 2007)
- RCD Mallorca (Saisons 2010/11 und 2011/12)
Turniere, Verbände und Bandenwerbung:
- Audi Cup in München (2019)
- Emirates Cup (2009 und 2010)
- Bulgarischer Fußballverband (2008 bis 2009)
- Internationale LED- und Fixbanden in der Europa League, in der Champions-League-Qualifikation, bei ausgewählten Qualifikationsspielen zur EM 2012 und 2016 sowie zur WM 2014
Tennis
- WTA-Damenturnier in Linz (2006 bis 2020)
- bet-at-home Cup Kitzbühel, als Haupt- und Titelsponsor (2011 bis 2014)
- bet-at-home Open in Hamburg (2011 bis 2015)
- Österreichische Landesverbände sowie der österreichische und der bayerische Tennisverband
Handball
- EHF Champions League, als offizieller Partner (2009 bis 2014)
- Handball-WM 2009
- Handball-EM 2010
- Handball-EM 2012 in Serbien
- SG Flensburg-Handewitt (Deutschland)
- MKB Veszprém (Ungarn)
- Liga ASOBAL, höchste spanische Spielklasse
- Rumänischer und tschechischer Handballverband (ehemalige Partner)
Basketball
- ALBA Berlin (Saison 2019/20)
- bet-at-home Basketball Superliga, als Namenspartner (Saisons 2020/21 und 2021/22)
Beachvolleyball
- Weltmeisterschaft in Hamburg (2019)
- Vienna Major (2019)
Eishockey
- bet-at-home ICE Hockey League (österreichische Eishockey-Bundesliga), als Titelpartner (Saisons 2020/21 und 2021/22)
- EHC Black Wings Linz (2006 bis 2016)
- HC Pilsen (Saison 2011/12)
- Kölner Haie (Saison 2013/14)
- Eishockey-Weltmeisterschaft 2011, als offizieller Partner
- Champions Hockey League (Saison 2019/20)
Wintersport
- Vierschanzentournee, als offizieller Partner (2007/08, 2011/12, 2012/13, 2013/14 sowie 2020/21, 2021/22 und 2022/23)
- Alpiner Ski-Weltcup, Damen-Bewerbe in Garmisch-Partenkirchen (Saison 2019/20)
- Skisprung-Weltcup der Damen in Oberstdorf (Saison 2019/20)
- FIS-Team-Tour in Deutschland mit Willingen, Klingenthal und Oberstdorf (Saison 2011/12)
- Weltcup-Bewerbe in Harrachov (Tschechien)
- Bulgarische Skisprung-Nationalmannschaft
- Nordische Ski-Weltmeisterschaften 2009 in Liberec und 2013 in Val di Fiemme
- Rennrodel-Weltmeisterschaften 2019, als einer von vier Hauptsponsoren
Das Slot- und Casinoangebot
Die zweite Säule neben den Wetten bildet das Online-Gaming mit Spielautomaten. Gruppenweit nennt der Geschäftsbericht 2025 mehr als 11.500 Spiele von über 140 Spieleanbietern. Das in Deutschland erlaubte Angebot fällt aufgrund der strengen Regulierung jedoch deutlich kleiner aus. In der deutschen Lobby stehen über 1.200 Spielautomaten bereit. Sie sind sortiert in Kategorien wie Megaways, Drops & Wins sowie thematische Gruppen rund um Bücher-, Frucht- oder Tiermotive.
Das Spielangebot stammt von etablierten Studios, darunter NetEnt, Play’n GO, Pragmatic Play, Greentube, Merkur und Yggdrasil. Die zuständige Gesellschaft bet-at-home.com Internet Ltd. ist auf der Whitelist der GGL als Betreiber für virtuelle Automatenspiele geführt, die aktuell gültige Erlaubnis stammt von Ende Dezember 2022.
Da sich das Angebot strikt an den deutschen Vorgaben orientiert, fehlen progressive Jackpots ebenso wie klassische Tischspiele und ein Live-Casino mit echten Croupiers. Stattdessen greifen die gesetzlichen Grenzen des Glücksspielstaatsvertrags, etwa das anbieterübergreifende monatliche Einzahlungslimit von 1.000€.
➡️ Wir haben einen ausführlichen Test des Spielautomaten-Angebots von bet-at-home durchgeführt und sind der Frage auf den Grund gegangen, ob sich eine Anmeldung in der Spielothek lohnt.
Lizenzen und rechtliches Umfeld
Das regulatorische Umfeld bestimmt die Geschäftsentwicklung des Konzerns stärker als bei vielen anderen Branchen. In Deutschland gilt seit dem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ein bundesweites Erlaubnissystem unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Wer hier legal Sportwetten anbieten will, muss in der amtlichen Whitelist der Behörde geführt sein. Die zuständige Konzerngesellschaft bet-at-home.com Internet Limited ist mit einer Sportwetten-Erlaubnis in dieser Liste vertreten.
Anders liegt der Fall in Österreich. Dort besitzt für das Online-Casino allein die Österreichische Lotterien mit ihrer Marke win2day eine Konzession. Angebote ohne diese Konzession gelten als unzulässig, weshalb Gerichte Glücksspielverträge in mehreren Fällen für nichtig erklärt und Anbieter zur Rückzahlung von Spielverlusten verpflichtet haben. In einem vielbeachteten Verfahren wurde der Konzern verurteilt, einem Spieler dessen Verluste von mehreren Millionen Euro zu erstatten. Aus diesem Grund stellte das Unternehmen das österreichische Online Casino bereits 2021 ein.
Die bet-at-home-Aktie
Den Sprung an den Kapitalmarkt vollzog die Gesellschaft in zwei Schritten. Im Mai 2004 wandelte eine Kapitalerhöhung das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um, im Dezember desselben Jahres folgte der Börsengang. Notiert ist die bet-at-home-Aktie seit dem Börsengang im Dezember 2004.
Gehandelt wird sie an der Frankfurter Wertpapierbörse im regulierten Markt (Prime Standard) unter der ISIN DE000A0DNAY5, der Wertpapierkennnummer A0DNAY und dem Handelssymbol ACX. Das Grundkapital beträgt 7.018.000 Euro und ist in ebenso viele Stückaktien eingeteilt. Seit Februar 2017 gehört der Wert zum Nebenwerteindex SDAX.
| Eckdaten zur Aktie | Angabe |
|---|---|
| ISIN | DE000A0DNAY5 |
| Wertpapierkennnummer (WKN) | A0DNAY |
| Handelssymbol | ACX |
| Handelsplatz / Segment | Frankfurter Börse, Regulierter Markt (Prime Standard) |
| Index | SDAX (seit Februar 2017) |
| Grundkapital / Aktienzahl | 7.018.000 Euro / 7.018.000 Stück |
| Allzeithoch | 148,80 Euro (2. Juni 2017) |
| Schlusskurs 2025 | 2,14 Euro |
| Größte Aktionärsgruppe | Gruppe um Franz Ömer / Stefan Sulzbacher (CBAM & SUB GmbH), rund 29,7% |
| Streubesitz | rund 59,3% |
| Letzte Dividende | 2,50 Euro je Aktie (2021) |
Die Kurshistorie spiegelt Aufstieg und Absturz der Branche wider. Ihr Allzeithoch markierte die Aktie am 2. Juni 2017 bei 148,80 Euro, getragen von hohen Gewinnen und üppigen Ausschüttungen. In den Jahren danach setzte ein langer Abwärtstrend ein. Das Börsenjahr 2025 beendete der Wert mit einem Schlusskurs von 2,14 Euro, was einem Rückgang von 13,7% gegenüber dem Vorjahresschluss von 2,48 Euro entspricht. Ihr Jahreshoch 2025 erreichte die Aktie im Mai bei 3,19 Euro.
Bei der Dividende lässt sich der Wandel ebenfalls ablesen. In den Rekordjahren 2017 und 2018 schüttete die Gesellschaft jeweils 7,50 Euro je Aktie aus, zusammengesetzt aus einer regulären Dividende und einer Sonderdividende. Die bislang letzte Zahlung erfolgte 2021 mit 2,50 Euro je Aktie. Seither setzt das Unternehmen die Ausschüttung wegen der angespannten Lage aus.
➡️ Hier geht es zu den aktuellen und historischen Daten der bet-at-home Aktie auf der Homepage von Market Screener.
bet-at-home als Unternehmen mit bewegter Vergangenheit und vielversprechenden Aussichten
Als einer der traditionsreicheren Anbieter im deutschsprachigen Raum verbindet die bet-at-home.com AG eine bekannte Wettmarke mit einem schlank organisierten, börsennotierten Konzern. Das Geschäft ruht auf den beiden Säulen Sportwetten und Online-Gaming. Getragen wird das Angebot von einer großen registrierten Kundenbasis, einem klaren Markenprofil aus früheren Sponsoring-Jahren und der technischen Auslagerung des Betriebs an einen externen Dienstleister.
Operativ ist das Bild gemischt. 2025 kehrte der Konzern trotz rückläufiger Erträge in die Gewinnzone zurück, aufgrund von gesunkenen Werbekosten und einem wachsenden Gaming-Geschäft. Der Jahresauftakt 2026 fiel mit einem Ertragsrückgang und einem leicht negativen operativen Ergebnis dagegen schwächer aus, vor allem wegen der höheren Wettgebühr in Österreich.
Zugleich hat sich mit dem Ausstieg der Betclic Everest Group und dem Einstieg einer Aktionärsgruppe um Gründer Franz Ömer das Eigentümerbild komplett verschoben, und mit Stefan Sulzbacher führt ein neuer Vorstandsvorsitzender das Unternehmen. Ob die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 die erhofften Impulse bringt und wie sich das Unternehmen unter neuem Eigentümer- und Führungsdach positioniert, dürfte die kommenden Geschäftsjahre prägen.



