Markus Belz Redaktionsleiter

Veröffentlicht am: 03.04.2026

Ein Polizist in Einsatzkleidung hält seinen Helm und steht bereit für eine Razzia.

Großrazzia in Berlin: 400 Einsatzkräfte ziehen 120 illegale Spielautomaten aus dem Verkehr

Lesezeit: ca. 4 min
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Berlin greift im Kampf gegen den Schwarzmarkt hart durch. Eine großangelegte Razzia mit rund 400 Einsatzkräften führte zur Beschlagnahmung von 120 illegalen Spielautomaten an 74 verschiedenen Standorten. Da die mutmaßlichen Täter damit knapp 180.000 Euro einnahmen, plant der Senat nun die konsequente Vermögensabschöpfung, um kriminellen Netzwerken die finanzielle Grundlage endgültig zu entziehen.

Abgestimmter Einsatz deckt versteckte Automaten auf

Bei diesem koordinierten Großeinsatz arbeiteten Polizei, Zoll, Steuerfahndung und die lokalen Ordnungsämter extrem eng zusammen. Die Beamten kontrollierten zeitgleich 74 Objekte im gesamten Stadtgebiet. Dabei deckten die Einsatzkräfte auf, dass Betreiber völlig ungenehmigte Geräte n dunklen Hinterzimmern und unauffälligen Gaststätten aufgestellt hatten, um staatliche Kontrollen zu umgehen.

Die technische Prüfung der Geräte offenbarte kurz darauf die enormen Einnahmen von rund 180.000 Euro. Um bei Razzien nicht sofort aufzufliegen, versteckten die Täter die manipulierten Automaten in Koffern oder sogar in defekten Waschmaschinen. Ermittler des LKA stellten außerdem fest, dass die verbaute Elektronik gar nicht für das hiesige Stromnetz zugelassen war.

Finanzieller Druck auf kriminelle Strukturen wächst

Berlins Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) machte deutlich, dass der Staat kriminelle Netzwerke direkt beim Geld packen muss. Es reicht nicht aus, nur einzelne Automaten aus dem Verkehr zu ziehen. Die Senatsverwaltung verfolgt vielmehr das strategische Ziel, illegale Einnahmen durch strikte Vermögensabschöpfung dauerhaft einzuziehen und die Strukturen so komplett lahmzulegen.

Diese harte Linie zeigt mittlerweile klare Wirkung. Seit August des vergangenen Jahres sicherten die Behörden bereits Vermögenswerte in Höhe von fast sieben Millionen Euro. Aktuell laufen weitere Verfahren über zwei Millionen Euro. Solche behördenübergreifenden Einsätze gegen illegales Glücksspiel in der Hauptstadt bleiben ein zentraler Baustein, um den Kontrolldruck weiter hochzuhalten.

Um der organisierten Kriminalität noch effektiver entgegenzutreten, fordert Berlin eine wichtige Gesetzesänderung auf Bundesebene. Der Bundesrat stimmte einer Initiative zur sogenannten Beweislastumkehr bereits mehrheitlich zu. Künftig müssten Verdächtige selbst nachweisen, dass sie teure Immobilien oder Luxusautos aus legalen Einkünften finanziert haben. Bisher liegt diese schwierige Beweispflicht allein beim ermittelnden Staat.

Legale Anbieter leiden unter massiver Wettbewerbsverzerrung

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) meldete sich direkt vom Sicherstellungsgelände zu Wort und kritisierte die unfairen Marktbedingungen. Wer sich an geltende Gesetze hält, zieht gegenüber den Schwarzmarkt-Akteuren oft den Kürzeren. Für die Wirtschaftsverwaltung bleibt es daher ein echtes Hauptanliegen, legale deutsche Casinos vor dieser massiven Wettbewerbsverzerrung aktiv zu schützen.

Lizenzierte Spielhallen müssen hohe Steuern abführen, strenge Bauvorgaben erfüllen und den Spielerschutz über das bundesweite Sperrsystem OASIS garantieren. Illegale Betreiber umgehen diese enormen Kosten komplett, weshalb sie mit ihren manipulierten Geräten deutlich höhere Gewinnmargen erzielen. Branchenexperten schätzen alarmierend, dass mittlerweile mindestens jedes dritte Spielgerät in Deutschland komplett ohne Erlaubnis läuft.

Der finanzielle Schaden für die regulierte Wirtschaft fällt immens aus. Der illegale Glücksspielmarkt erreicht Schätzungen zufolge mittlerweile ein Volumen von bis zu sechs Milliarden Euro. Um legale Strukturen zu stärken, geht die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) konsequent gegen Verstöße vor und trennt lizenzierte Anbieter glasklar vom Schwarzmarkt.

Schwarzmarkt hebelt sämtliche Schutzmaßnahmen aus

Die beschlagnahmten Automaten offenbaren das mit Abstand größte Problem des illegalen Glücksspiels: den komplett fehlenden Spielerschutz. Weder Jugendschutz noch staatlich verordnete Einsatzlimits greifen an diesen Geräten. Die kriminellen Hintermänner agieren im absoluten rechtsfreien Raum und konzentrieren sich ausschließlich auf die maximale finanzielle Ausbeutung der Spieler.

Regulierte seriöse Online Casinos und landbasierte Spielbanken bieten hierzu einen starken Kontrast. Anbieter mit deutscher Lizenz setzen harte monatliche Einzahlungslimits um und nutzen das LUGAS-System, um Spielsucht präventiv zu bekämpfen. Die aktuellen Razzien in Berlin beweisen, dass der Staat die kriminellen Netzwerke gezielt schwächt, um diesen gesetzlichen Schutz flächendeckend durchzusetzen.

Markus Belz - Redaktionsleiter bei onlinecasinosdeutschland.de
Markus Belz Redaktionsleiter bei
Markus Belz, geboren 1984 in Berlin, ist Redaktionsleiter bei onlinecasinosdeutschland.de und lebt in Frankfurt. Er liebt Radfahren, Fußball und Poker. Seine Leidenschaft für Glücksspiele begann in Las Vegas. Seit 2012 im Team, leitet er es seit 2014. Mit seinem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“ liefert er verlässliche Infos über Online Casinos.

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