Glücksspiel FAQ zur rechtlichen Situation online

Eine Bewertung der rechtlichen Situation zur Nutzung von Online Casinos und Online Sportwetten ist für den Nutzer nur sehr schwer möglich, denn: Grundsätzlich handelt es sich hierbei um eine Grauzone, da eine echte Regulierung fehlt. Zusätzlich gibt es einige Sonderfälle, in denen das Spiel explizit legal ist – die häufigsten Fragen beantworten wir deshalb in diesem FAQ Artikel.

Dürfen Spieler grundsätzlich Online Casinos und Online Sportwetten nutzen?

ANTWORT: Echtgeldspiele im Online Casino oder Wetteinsätze im Internet sind nach deutschem Recht nicht reguliert – doch verboten sind sie deshalb nicht. Seriöse Anbieter sind im Besitz einer EU-Lizenz, die meist auf Malta oder Gibraltar ausgestellt wird. Damit greift europäisches Recht, das über dem deutschen steht. Im Gegenzug kann der Spieler jedoch bei Unstimmigkeiten nicht vor deutschen Gericht klagen (im Normalfall gibt es dafür jedoch auch keinen Grund) – die Auswahl eines seriösen Anbieters ist deshalb ganz entscheidend.


Welches Recht hat der Spieler im Streitfall mit einem Online Casino oder Online Wettanbieter?

ANTWORT: Sollte es trotz allem zu einem Streit kommen, ist es schwer eine gerichtliche Entscheidung zu erzwingen, denn: Der Gerichtsstandort liegt nicht in Deutschland, sondern dort, wo der Betreiber seinen Sitz hat. Allerdings sollte es soweit nicht kommen, da seriöse Anbieter nicht darauf abzielen, dem Spieler sein rechtmäßig erspieltes Guthaben zu verwehren.

Da es im Internet jedoch auch schwarze Schafe gibt, sollte vor der Registrierung unbedingt ein Blick in die AGBs und vor allem in die Bonusbedingungen geworfen werden. So werden unseriöse Anbieter schnell entlarvt und Streitthemen, wie der Casino Bonus und dessen Auszahlungsbedingungen (die in vielen Fällen Grund für den Streit sind), auf einen Blick erkannt.

Über einen auf Malta lizenzierten Casino-Anbieter können sich Spieler beim Lizenzgeber MGA beschweren. Angenommen werden seit 2019 nur echte Beschwerden wie Betrugsverdacht, etc. Die Unternehmen selbst müssen ihren Kunden bei der Lösung ihrer Probleme und Disputfällen (Meinungsverschiedenheiten) behilflich sein und auf ihren Webseiten Hinweise zur Schlichtungsstelle geben.


Wie sieht es mit Auszahlungen aus – wird eine Steuer fällig?

ANTWORT: Da das Spielen in Deutschland nicht reguliert ist, ist es weder illegal, noch legal und damit muss der Spieler dem Fiskus Auszahlungen nicht melden oder eine Abgabe entrichten. Auszahlungen sind keineswegs unter allen Bedingungen steuerfrei und zählen teilweise zum Einkommen. Einen Besuch des Finanzamtes braucht der normale Nutzer von Online Casinos und Online Sportwetten nicht zu befürchten.

Glücksspiele unterliegen nicht der Steuer, wenn:

  • Casino-Spiel-Gewinne auf dem Zufallsprinzip beruhen,
  • Gewinne ausschließlich von der Leistung des Spielers bestimmt werden,
  • der Spieler seinen Lebensunterhalt nicht allein von den Gewinnen aus Glücksspielen bestreitet.

Es gibt durchaus Fälle, wo Finanzämter für Spielgewinne Steuern für Spielgewinne verlangen. Gewinne professioneller Pokerspieler oder bei Wettbewerben TV erkämpfte Preisgelder unterliegen der normalen Einkommenssteuer.


Gibt es Anbieter mit deutscher Lizenz?

ANTWORT: Es gibt durchaus Online Casinos und Sportwettenanbieter, die im Besitz einer deutschen Lizenz sind. Allerdings sind diese auf Einwohner des Bundeslandes Schleswig-Holstein begrenzt, denn: Vor einigen Jahren ging das Bundesland im Norden Deutschlands einen kurzen Alleingang und verteilte Lizenzen, die “legales” Online Glücksspiel erlaubten.

Zu den Online-Casinos mit Glücksspielslizenz von Schleswig-Holstein gehören:

Wer seinen Wohnsitz in Schleswig-Holstein hat, sich hier anmeldet und spielt, handelt nach deutschen Recht explizit legal, denn: Das Spiel ist durch die Landesregierung reguliert und erst diese Tatsache macht das Spiel unproblematisch. Für Einwohner anderer Bundesländer greift diese Regulierung jedoch nicht, da bis auf Schleswig-Holstein schon damals ein landesweiter Glücksspielstaatsvertrag abgeschlossen wurde.

Heute ist auch Schleswig-Holstein Teil dieses Vertrags. Die bisher vergebenen Lizenzen bleiben jedoch bestehen. Aktuell verhandeln Vertreter aller Seiten (Regierung und Glücksspielindustrie) über die Regeln für ganzheitlich regulierte Bettertainment-Märkte, denn das Internet macht vor keinen Ländergrenzen halt.


Wie erkennt man seriöse Online-Casinos?

Spieler sollten sich ihren Anbietern nicht allein wegen der Spielmöglichkeiten und Werbeversprechen auswählen, sondern vor allem auf Fakten schauen, die seriöse Online Casinos ausmachen. Wer bei einem nicht regulierten Anbieter spielt, wird kaum auf Fairness vertrauen können. Daher ist zu achten, dass:

  • eine offizielle Casino-Lizenz am Standort des Unternehmens vorliegt,
  • Spielangebote der Top-Spielehersteller wie NetEnt,Evolution oder Microgaming vorhanden sind,
  • es Qualitäts- und Prüfsiegel renommierter unabhängiger Prüfer gibt.

ecograDie Casinoangebote werden regelmäßig von unterschiedlichen Stellen und Behörden geprüft. Die Spieleentwickler vergeben Spiellizenzen mit klaren Auflagen an Casinounternehmen. Deren Einhaltung wird kontrolliert. Es gibt zum anderen unabhängige Casino-Prüfer wie eCogra, iTech Labs und Gaming Laboratories International (GLI), die Online-Casino-Games prüfen und sich die Auszahlungsquoten genauer anschauen.


Warum sind “normale” Spielbanken erlaubt, Online Casinos jedoch nicht?

ANTWORT: Häufiges Argument gegen Online Casinos ist: Das Spiel ist nicht reguliert, da der Firmensitz nicht auf deutschem Boden liegt. Der Spielerschutz bleibt damit auf der Strecke. Örtliche Spielbanken und Wettbüros wiederum haben ihren Standort in Deutschland und unterliegen damit strengen Auflagen, die bei Nichteinhaltung zur Schließung oder zu sensiblen Strafen führen. Dazu zählen beispielsweise auch scharfe Richtlinien, die den Spielerschutz betreffen.

Online Casino Unternehmen versprechen ihren Kunden Games als Freizeitvergnügen, wobei dieser Spielcharakter das erklärte Ziel ist. Andererseits wollen die Casinobetreiber Geld verdienen und das geht nur, wenn die viel gespielt wird. Ihre Angebote zum Spielerschutz betreffen u.a. das einfache Setzen von Einsatz- und Zeitlimits. Auf Betreiben des Spielers werden Spielsperren von einem Tag bis endgültig aktiviert. Die Spielsuchtprävention beim Glückspiel lässt sich in einer normalen Spielbank einfacher umsetzen als im anonymen Online-Casino.

Präventiv gegen Spielsucht vorgehen:

  • durch Selbstsperre und Setzen von Limits,
  • Symptome rechtzeitig wahrnehmen und bekämpfen,
  • Minderjährigen Zugang zu Casinospielen verwehren.

Was kann beim Jugendschutz getan werden?

Antwort: Kindern und Minderjährigen ist in Deutschland der Zutritt in Spielhallen und Casinos nicht gestattet. Das Internet bietet ihnen scheinbar genügend Alternativen. Der Gesetzgeber verpflichtet die Betreiberfirmen der Online-Casinos durch technische Maßnahmen sicherzustellen, dass die Angebote von Minderjährigen nicht genutzt werden können.

Anbieter im Internet können trotz gewisser technischer Möglichkeiten nicht die Pflichten der Eltern übernehmen. Diese müssen dafür sorgen, dass Minderjährige keinen Zugang zu Online-Casino-Angeboten erhalten. Diese können Spiel-Websites für ihren minderjährigen Nachwuchs mit Software für den Kinderschutz sperren. Beim Smartphone lässt sich der Jugendschutz bereits schwieriger sicherstellen. Jugendliche kennen sich häufig besser als die Eltern mit den Möglichkeiten des Internets aus.

onlinecasinodeutschland.de hat sich klar dagegen ausgesprochen, dass Influencer mit gefakten Casino Gewinnen werben. Sie verbreiten Casino Videos mit auffallend vielen und hohen Gewinnen. Alle Ergebnisse sind gefälscht und haben nur das Ziel, Kunden zu werben und oftmals auch Minderjährige anzulocken

Jugendschutz soll durch Maßnahmen gewährleistet werden, wie: 

  • Anbieter machen Identitäts-Kontrollen (ID) zur Verifizierung der Kundendaten,
  • Es gibt Software, die Minderjährige an ihrem Klickverhalten identifiziert,
  • Fernsehwerbung erst ab 21 Uhr.