Markus Belz Redaktionsleiter

Veröffentlicht am: 10.02.2026

Nordhäuser Spielhallen-Streit: Zwischen Millionen-Umsätzen und dem Kampf um den Steuerdeckel

Lesezeit: ca. 5 min
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Das Wichtigste in Kürze:
  • In Nordhausen wird über eine Deckelung der Vergnügungsteuer auf 150 EUR pro Spielautomat gestritten.
  • Die CDU warnt vor existenziellen Risiken durch steigende Kosten und Konkurrenz aus dem Online-Glücksspiel.
  • Nordhausen steht im Spannungsfeld zwischen Haushaltssicherung, Wirtschaftsförderung und Suchtprävention.

In Nordhausen braut sich ein politisches Gewitter zusammen, das weit über die Stadtgrenzen hinaus für Diskussionsstoff sorgt. In der sogenannten Rolandstadt am Harz steht die Frage im Raum: Wie viel darf oder muss die Kommune an der Spielleidenschaft ihrer Bürger verdienen, ohne die Anbieter in den Ruin zu treiben? Ein aktueller Streit im Stadtrat offenbart tiefe Risse zwischen der Wirtschaftsförderung und der Haushaltskonsolidierung.

Nordhausens Spielhallen-Poker: Steuerdeckel oder Haushaltsloch?

Die Zahlen sind beeindruckend und beunruhigend zugleich: Rund fünf Millionen Euro werden Jahr für Jahr in den Spielhallen von Nordhausen verspielt. An insgesamt zehn Standorten, von klassischen Spielzentren bis hin zum Bistro um die Ecke, stehen 156 Automaten bereit, an denen das Glück gesucht und oft das Geld verloren wird.

Für die Stadtkasse ist dieses Geschäft ein Segen, denn über die Vergnügungssteuer flossen zuletzt 496.000 EUR direkt in das „Stadtsäckel“. Doch nun schlägt die CDU-Fraktion im Stadtrat Alarm. In einem aktuellen Antrag fordert sie eine drastische Änderung der Spielregeln. Die Steuer pro Gerät soll monatlich auf maximal 150 EUR gedeckelt werden. Damit würde die bisherige Regelung, nach der 10 % des Einspielergebnisses an die Stadt abgetreten werden müssen, faktisch ausgehebelt.

Existenzangst unter dem Neonlicht

Hinter der Forderung der CDU steht ein massiver wirtschaftlicher Druck auf die Betreiber. Christian Völkel, Stadtratsmitglied der CDU, spricht von einer „existenzbedrohenden Situation“. Gestiegene Personal- und Energiekosten fressen die Margen auf und Branchenexperten weisen darauf hin, dass die geltende Spieleverordnung aus dem Jahr 1993 stammt und die Einsatzmöglichkeiten inflationär entwertet wurden. Ein Einsatzlimit von 0,20 EUR alle fünf Sekunden sei bei einer Inflationsrate von fast 70 % seit Einführung einfach nicht mehr zeitgemäß.

Inmitten dieser Debatte suchen viele Spieler nach modernen Alternativen. Wer heute legal und mit höchsten Standards an Sicherheit seinem Hobby nachgehen will, nutzt bevorzugt seriöse Online Casinos, die staatlich lizenziert sind und klare Limits bieten. Die Betreiber vor Ort in Nordhausen sehen darin jedoch eine übermächtige Konkurrenz, die im Gegensatz zu den physischen Standorten weitaus weniger Betriebskosten zu tragen hat.

Der Kampf um den Haushalt

Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) sieht den Vorstoß der CDU mit großer Skepsis. Seine Rechnung ist klar: Ein solcher Steuerdeckel würde Nordhausen allein in diesem Jahr 215.000 EUR kosten. In einer Zeit, in der die Stadt intensive Konsolidierungsgespräche führt, um den Haushalt auszugleichen, sei dies kaum vermittelbar.

Buchmann betont zudem, dass Nordhausen im thüringenweiten Vergleich mit einem Steuersatz von 10 % ohnehin am unteren Ende rangiert. Die Spanne in anderen Kommunen reicht bis zu 25 %.

Unterstützung erhält er von den Linken und den Grünen. Wilma Busch von den Grünen verwies im Finanzausschuss deutlich auf die finanzielle Notlage der Stadt. Marko Rossmann von der BLS-Fraktion forderte die CDU zudem auf, bei solchen Steuersenkungsvorschlägen auch eine konkrete Gegenfinanzierung zu benennen.

Abwanderung in den Online Glücksspielmarkt?

Die Attraktivität der stationären Geräte sinkt, während viele Fans ihre favorisierten Automatenspiele online suchen. Sie suchen nach neuen Möglichkeiten, die ihnen beste Novoline Casinos und andere Top Anbieter versprechen und wo sie von attraktiven Boni, Freispielen und Treueprogrammen profitieren, was die Aussichten auf hohe Gewinne deutlich steigert.

Allerdings verfügen nicht alle Online Glücksspielanbieter über eine deutsche Lizenz. Einige digitale Spielhallen ohne entsprechende Zulassung haben sich in der Vergangenheit als unseriös erwiesen und Spieler finanziell geschädigt. Gleichzeitig locken diese Anbieter häufig mit besseren Konditionen und attraktiveren Angeboten. Die CDU befürchtet daher, dass strenge nationale Regelungen und hohe Steuern auch dazu führen könnten, dass Spieler vermehrt auf unregulierte Märkte ausweichen.

Der Marktanteil illegaler Online Anbieter bleibt trotz Regulierungsversuchen mit rund 25 % stabil hoch. Die Sorge, dass der Stadt langfristig die Einnahmen komplett wegbrechen könnten, wenn man nicht unterstützend tätig werde, ist begründet. Die geplante Deckelung soll daher zunächst befristet von Anfang 2025 bis Ende 2028 gelten, um den Betreibern „Zeit zu erkaufen“, bis eine neue Bundes-Spieleverordnung vorliegt.

Zwischen Suchtprävention und Profit

Dass das Thema Glücksspielsucht ein gewichtiger Faktor bleibt, zeigt die schiere Anzahl der Standorte in der Rolandstadt. Namen wie „Playpoint“ oder „Big Cash Resort“ sind im Stadtbild an den Ausfallstraßen allgegenwärtig. In diesen Spielhallen suchen erfahrene und unerfahrene Spieler nach Spielautomaten mit hohen Auszahlungsquoten, wie die in lizenzierten Eye of Horus Casinos, um die Wahrscheinlichkeit auf große Gewinne zu steigern.

Nun steht die Stadt vor einem Dilemma: Die Vergnügungssteuer ist ein wichtiges Lenkungsinstrument, um die Ausbreitung von Spielhallen zu begrenzen und Suchtgefahren einzudämmen. Gleichzeitig ist sie eine lukrative Einnahmequelle, auch wenn sie im Vergleich zur Gewerbesteuer (die fast die Hälfte der 46,5 Millionen EUR Steuereinnahmen ausmacht) eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Menschliche Vernunft oder wirtschaftliches Risiko?

Die Entscheidung im Stadtrat wird wegweisend sein. Folgt man der CDU, setzt Nordhausen ein Signal für den Erhalt lokaler Betriebe und Arbeitsplätze, riskiert aber ein tiefes Loch in der ohnehin klammen Stadtkasse. Bleibt alles beim Alten, drohen Schließungen und eine weitere Verlagerung des Marktes in den digitalen Raum.

Ein Kompromiss ist derzeit nicht in Sicht. Während die Kämmerin Steffi Weber darauf verweist, dass Steuerdeckel wie der geforderte in Thüringen absolute Ausnahmen sind – nur Orte wie Sondershausen oder Bleicherode nutzen ähnliche Modelle –, pocht die Union auf den wirtschaftlichen Realismus. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob in Nordhausen die Vernunft oder die Hoffnung auf das nächste „Große Los“ im Stadtrat gewinnt.

Markus Belz - Redaktionsleiter bei onlinecasinosdeutschland.de
Markus Belz Redaktionsleiter bei
Markus Belz, geboren 1984 in Berlin, ist Redaktionsleiter bei onlinecasinosdeutschland.de und lebt in Frankfurt. Er liebt Radfahren, Fußball und Poker. Seine Leidenschaft für Glücksspiele begann in Las Vegas. Seit 2012 im Team, leitet er es seit 2014. Mit seinem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“ liefert er verlässliche Infos über Online Casinos.

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