Brexit Folgen auf die Glücksspielbranche

Brexit Folgen auf die Glücksspielbranche

Der Brexit ist real. Nach Jahren der Verhandlungen und einiger politischer Probleme wurde der “Brexit” im letzten Jahr zur Realität. Aufgrund der anhaltenden Coronakrise gab es allerdings eine Übergangsperiode, die mit dem 31. Dezember 2020 verstrichen ist. Für die Briten bedeutet dies vor allem eins: Negative Auswirkungen auf den Handel und Einschränkungen bei der Dienstleistungsfreiheit, denn jetzt wird das vereinigte Königreich, abgesehen von Süd-Irland, nur noch als Drittland angesehen und genießt damit nicht mehr die Annehmlichkeiten einer EU. Das hat weitreichende Folgen für die Glücksspielbranche. Lizenzen, die im britischen Königreich, beispielsweise auf der Isle of Man oder von der UK Gambling Foundation, ausgestellt wurden, sind jetzt in der EU nicht mehr anerkannt. Entsprechende Casinos müssen sich also neue EU Lizenzen besorgen, wenn sie ihren Service weiterhin innerhalb der EU anbieten möchten.

Sonderfall Gibraltar

Die südlich der iberischen Halbinsel gelegene Insel Gibraltar ist eine britische Exklave und würde mit dem Brexit eigentlich in das Außenterritorium übergehen, allerdings handelt es sich um einen großen Umschlagplatz für EU-Güter, die in das Ausland verschifft werden sollen. Kurz vor der Frist gab es deswegen eine Einigung zwischen der EU und der britischen Regierung. Gibraltar wird als EU-Sonderzone mit den gleichen EU-Regeln bedacht und wird seine Zugehörigkeit zum “Schengen-Raum” behalten, wodurch ein flüssiger Grenzverkehr garantiert wird.

So könnten europäische Länder nun reagieren

Es ist damit zu rechnen, dass die Beziehungen zwischen dem vereinigten Königreich und den europäischen Ländern sich stark verschlechtern. Der Handel ist nicht mehr so einfach, das Reisen und die Grenzübergänge komplizierter und auf Unternehmen, die mit dem EU-Festland zusammenarbeiteten, kommt jede Menge Papierkram zu. Nicht vorhersehbar ist, was mit Casinos geschieht, die ausschließlich in UK lizenziert sind. Die dürften theoretisch ihre Dienste nicht mehr anbieten und müssten daher in EU-Ländern gesperrt werden. Eine Reaktion blieb bisher noch aus, es ist aber anzunehmen, dass es für solche Fälle Spezialverträge geben wird, die allerdings erst noch ausgehandelt werden müssten.

Online Casinos verstärken ihren Auftritt in den USA

Während es in Europa nicht nur wegen des Brexits, sondern auch aufgrund der jüngst geänderten Sachlage in Deutschland heiß hergeht, könnte 2021 ein gutes Jahr für Online Casinos in den USA werden. Dies hat mehrere Gründe: Auch hier wurde 2018 ein Gesetz geändert, das dafür sorgt, dass bereits vier Staaten das Glücksspiel in Online Casinos offiziell erlauben und durch die anhaltende Corona-Krise suchen die Menschen verstärkt nach Beschäftigungen in den eigenen vier Wänden. Es ist zu erwarten, dass viele Casinos ihr Geschäft bald in den USA ausbauen werden.

Fazit

Es bleibt spannend in der Glücksspielbranche. Und zwar für die Nutzer genauso wie für die Betreiber. Ein echter Grund zur Sorge ist das nicht, aber es könnte sein, dass sich die Landschaft der Anbieter vor allem in Europa etwas verändert. Gleichzeitig wird es in den USA wohl in den nächsten Monat ein breiteres Angebot geben, da die Betreiber den Schwung ausnutzen und sich am Markt positionieren wollen, solange der noch “frisch” ist. Eines ist aber sicher: Das Interesse an Glücksspiel und Online Casinos ist nach wie vor ungebrochen und daran kann auch ein Brexit nichts ändern.

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Über den Autor Avi Fichtner Mein Name ist Avi Fichtner und ich arbeite seit 12 Jahren im Bereich Glücksspiel. Ich habe mehrere große Informationsseiten aufgebaut und kenne mich bestens aus. Ebenfalls seit 12 Jahren beobachte ich die gescheiterten Regulierungsversuche in Deutschland und schreibe dazu.
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