Glücksspiel-Apps: Erneut Klage gegen Apple

Glücksspiel-Apps: Erneut Klage gegen Apple

Erneut ist das Technologie-Unternehmen Apple in den USA verklagt worden. Die an das kalifornische Bezirksgericht eingereichte Sammelklage richtet sich gegen angeblich illegale Apps rund um Online Casino Spiele, die im App Store von Apple zu finden sind. Vorgeworfen wird dem Tech-Riesen, als „unlizenziertes Casino“ zu agieren. Dies ist nicht die erste Klage gegen Apple, bei der es um illegale Anwendungen im App Store geht. Im Januar dieses Jahres wurde eine weitere Klage eingereicht, bei der es um kostenlose Social-Casino-Anwendungen ging. Diese sollen ebenfalls illegales Online-Glücksspiel ermöglichen.

Auch Google wegen Casino-Apps vor Gericht

Die rechtliche Lage in den USA ist kompliziert – komplizierter noch als in Deutschland. Jeder Bundesstaat wählt bei der Gesetzgebung in vielen Fällen einen eigenen Weg. Was an einem Ort legal ist, kann im Nachbarstaat illegal sein. Dies sieht auch beim Glücksspiel nicht anders aus.

Nicht nur Apple, sondern auch das Unternehmen Google wurde jüngst wegen Apps verklagt, die Social-Casino-Spiele anbieten. Im März dieses Jahres ging eine entsprechende Klage in den USA ein. Google hatte in seinem App Store unter anderem Glücksspielanwendungen des Herstellers Zynga im Angebot, mit denen Nutzer Zugang zu Online-Casino-Spielen bekamen.

Apps von DoubleU im App Store unzulässig?

In der Anklageschrift wird Apple vorgeworfen, Casino-Apps des Software-Entwicklers DoubleU im App Store anzubieten. Dabei handelt es sich um Anwendungen, die Casino-ähnliche Spiele parat stellen. Es handelt sich konkret um sogenannte Free-to-Play-Apps, mit denen Nutzer Tischspiele und Slot-Automaten spielen können. Bei diesen Apps handele es sich laut der Anklageschrift um Glücksspiele, die die Hälfte der US-amerikanischen Staaten verbietet.

Das Prinzip der Apps von DoubleU basiert darauf, dass Spieler zu Beginn virtuelles Guthaben, sogenannte „Coins“ oder „Tokens“, bekommen. Diese setzen sie daraufhin an Spielautomaten oder bei Tischspielen ein. Ist das Spielgeld irgendwann aufgebraucht, können Nutzer der Apps neues Guthaben mit ihrem eigenen Geld nachkaufen, indem sie In-App-Käufe durchführen. An jeder Transaktion verdient Apple bis zu 30 Prozent des Betrags.

Keine Echtgeldgewinne möglich

Trotz der Verdienste von Apple und DoubleU gehen die Spieler bei den Apps leer aus. Obwohl sie echtes Geld einsetzen, um sich weiteres Spielguthaben zu kaufen, können sie keine Echtgeldgewinne erzielen. Zu gewinnen gibt es nämlich kein Geld, sondern zusätzliche Spielzeit. In der Anklageschrift heißt es zu diesem Sachverhalt, dass der Vorgang des Geldbezahlens, um zusätzliche Spielzeit zu gewinnen, gegen das Anti-Glücksspielgesetz verstößt, das in 25 US-Bundesstaaten gilt.

In der Klage gegen Apple ist außerdem von „verheerenden Folgen“ die Rede, die solche Apps mit sich bringen können. Sie könnten die Nutzer demnach süchtig machen. Im Jahr 2019 haben Spieler in den USA mit solchen Free-to-Play Anwendungen mehr als 3,5 Milliarden Euro verloren. Dabei kämen bis zu 90 Prozent aller Einnahmen von gerade Mal 3 Prozent der Nutzer, die mithilfe von Bonusangeboten auf die Apps aufmerksam gemacht wurden.

Anklageschrift: Apple als Wegbereiter für Casino-Apps

Dem Tech-Unternehmen wirft die Anklage unter anderem vor, ideale Rahmenbedingungen für Unternehmen wie DoubleU zu schaffen, die ihre teils illegalen Anwendungen in den App Stores anbieten. Apple würde laut den Klägern das illegale Glücksspiel erlauben, fördern, bewerben – und schlussendlich auch davon profitieren.

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Über den Autor Avi Fichtner Mein Name ist Avi Fichtner und ich arbeite seit 12 Jahren im Bereich Glücksspiel. Ich habe mehrere große Informationsseiten aufgebaut und kenne mich bestens aus. Ebenfalls seit 12 Jahren beobachte ich die gescheiterten Regulierungsversuche in Deutschland und schreibe dazu.
Avi Fichtner Casino Experte & Autor   Mail