Spielautomaten in einer Spielhalle.

Liechtenstein bremst Spielhalle

In Liechtenstein floriert seit einigen Jahren das Glücksspiel. Wenn es nach der Regierung geht, soll damit jedoch bald Schluss sein. Aufgrund des zunehmenden Drucks der Öffentlichkeit will die Politik den Einfluss der Spielhallen und Casinos entscheidend eindämmen. Erste Restriktionen wurden bereits beschlossen. Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgt zudem das Spielcasino „Circus Maximus“, dessen Besitzer sich bald vor Gericht verantworten muss.

Verstoß gegen Geldspielgesetz

In Liechtenstein leben circa 38.000 Menschen. Trotz der überschaubaren Bevölkerungsdichte hat sich das Fürstentum innerhalb der vergangenen Jahre zu einer Glücksspielhochburg gemausert. Fünf Spielcasinos beherbergt der Zwergstaat; mindestens fünf weitere sollen in absehbarer Zeit folgen. Ein Glücksspieltempel sei nach einem Bericht der SZ sogar in der Fußgängerzone von Vaduz geplant.

Die florierende Entwicklung des hiesigen Glücksspielmarkts sei dabei kein Zufall. Die Spielhallen und Casinos des Landes seien bis dato politisch stets willkommen gewesen, da sie dem Staat sowohl Geld als auch Touristen bescheren. Doch nun scheint das aufgebaute Konstrukt zu bröckeln. Der erste Dominostein sei mit dem „Circus Maximus“ gefallen.

Das Spielcasino in der Gemeinde Schaan ist seit einigen Monaten ein Fall für die Justiz, da die Staatsanwaltschaft dem Eigentümer sowohl ein Verstoß gegen das geltende Geldspielgesetz als auch unlauteren Wettbewerb vorwerfe. Im Mittelpunkt stehe dabei ein deutscher Glücksspielunternehmer, der laut übereinstimmenden Presseberichten keine Unbekannte in der Glücksspielbranche sei. Rund 30 Jahre Erfahrung soll die Person auf dem Buckel haben.

Sorge um Reputation

Mit dem öffentlichkeitswirksamen Justizfall rund um den „Circus Maximus“ sei die Kritik gegenüber des Glücksspiels lauter geworden. So seien viele Liechtensteiner unzufrieden mit dem Status quo und würden sich angesichts der vielen Spielcasinos um die Reputation des eigenen Landes sorgen. Das Fürstentum habe bereits mit dem Image als Steueroase zu kämpfen, in der zwielichtige Gestalten ihr Geld waschen können. Ein zu großer Einfluss des Glücksspiels sei entsprechend nicht im Interesse der Bevölkerung.

Die Regierung habe bereits auf den zunehmenden Druck reagiert und ihre finanzielle Beteiligung an den Bruttospielerträgen der Spielhallen erhöht. Ab Januar 2022 soll der Progressionssatz von 2,75 auf 5,5 Prozent angehoben werden. Die Politik erhoffe sich durch diese restriktive Maßnahmen eine Abschwächung der Entwicklung, da die Casinos deutlich höhere Abgaben zahlen müssen.

Stärkere Marktregulierung

Auf dem europäischen Glücksspielmarkt findet seit geraumer Zeit ein Liberalisierungsprozess statt, der die Branche unter bestimmten Voraussetzung dazu befähigt, legal Glücksspiel zu offerieren. Allerdings geht die Marktöffnung in vielen europäischen Staaten mit starken Regulierungen einher, die den Spielenden ein sicheres und seriöses Umfeld bieten sollen. Eine ähnlich starke Marktregulierung wolle nun auch die Regierung in Liechtenstein installieren.

So sei etwa eine einheitliche und noch professionellere Ausbildung für das Personal in Spielhallen und Casinos vorgesehen. Zusätzlich stehe das Fürstentum mit der benachbarten Schweiz im Austausch, die über Sperrlisten die eigene Bevölkerung vor den potenziellen Gefahren des Glücksspiel schützen möchte. Auf diesen Liste würden die Namen von gefährdeten und süchtigen Spielenden stehen, denen als Selbstschutz der Eintritt zu glücksspielerischen Einrichtung verwehrt wird. Liechtenstein plane offenbar einen ähnlichen Schutzmechanismus.

Halbgare Restriktionen?

Sabine Monauni, Wirtschaftsministerin von Liechtenstein, erklärte zuletzt, dass die Regierung in erster Instanz eine Marktkonsolidierung anstrebe und einen qualitativ hochwertigen Spielbetrieb sicherstellen möchte. Durch die neuen Rahmenbedingungen werde es für Spielcasinoinhaber sichtlich unattraktiver, im Fürstentum eine Spielhalle oder andere Einrichtungen mit Glücksspiel zu betreiben.

Branchenkritiker und Glücksspielgegner fordern trotz der geplanten Restriktionen eine deutlich energischere Vorgehensweise gegen die Spielcasinos. Die neuen Maßnahmen seien halbgar und würden nur an der Oberfläche des Problems kratzen, heißt es. Die Wahrheit sei, dass die Regierung die finanziellen Erlöse aus dem nationalen Glücksspiel nicht missen möchte. Im vergangenen Jahr habe das Fürstentum trotz der schwierigen Bedingungen durch Corona-Pandemie und Lockdown umgerechnet 71 Millionen Euro eingenommen.

Kritik komme auch aus der Schweiz – jedoch aus anderen Beweggründen. Die dort ansässigen Casinobetreiber würden sich beschweren, dass die Liechtensteiner ihnen die Kundschaft streitig machen. Nach Angaben der SZ sei es tatsächlich der Fall, dass viele Spielende aus der Schweiz, aus Österreich und auch aus Deutschland regelmäßig die Spielhallen und Casinos in Liechtenstein besuchen.

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Über den Autor Markus Belz Mein Name ist Markus Belz und bin zum Fachmann in Sachen Online Casinos geworden. Ich schaue bei den Anbietern genau hin und teile auf onlinecasinosdeutschland.de mein Wissen und meine Erfahrungen aus der Welt des Online Glücksspiels.
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