Mehrere Geldscheine stecken im Laufwerk eines Laptops.

Malta ändert seine Auszahlungsquote

Eine Ankündigung der Malta Gaming Authority (maltesische Glücksspielaufsicht) dürfte bei den meisten Online-Spielern auf offene Ohren getroffen sein. Die derzeit geltende Mindestauszahlungsquote, die alle Online-Casino-Spiele betraf, von 92 Prozent wird herabgesenkt. Künftig soll die Quote bei 85 Prozent liegen. Der Grund für die Neuerungen ist die Angleichung an die Auszahlungsquoten landbasierter Casinos direkt in Malta, so zumindest die Auskunft der Behörde.

Was regelt die Auszahlungsquote?

Die Auszahlungsquote setzt fest, wie hoch der prozentuale Gewinn eines Spielers ist, gemessen am Einsatz. Beispiel: Zahlt ein Spieler zehn Euro in ein maltesisches Online-Casino ein, bei der eine Auszahlungsquote von 92 Prozent festgesetzt wurde, erhält er durchschnittlich 92 Cent als Gewinn zurück.

Die nun erfolgte Änderung hätte zur Folge, dass nur noch 85 Cent ausgezahlt würden. Doch Vorsicht: Diese Quote ist eine durchschnittliche Berechnung, die anhand von 10.000 bis zu 100.000 Einsätzen ermittelt wird. Es ist keine Garantie, dass jeder Spieler auch tatsächlich eine entsprechende Summe bei einer angeforderten Auszahlung vom Online-Casino zurückerhält.

Umfrage als Ursache für die Änderung

Die MGA gibt an, sich auf das Ergebnis mehrerer Umfragen zu berufen, an denen Glücksspielanbieter teilnahmen, deren Lizenz aus Malta stammt. Laut Angaben der MGA sind mehrere Anbieter der Ansicht, dass die Rentabilität ihres Angebots durch die Herabsenkung verbessert würde. Auch wird eine dadurch entstehende Flexibilität gelobt, die eine bessere Anpassung an das Wettbewerbsniveau ermöglicht.

Damit reiht sich Malta in die Dynamik des aktuellen europäischen Glücksspielmarktes ein, denn es gibt weitere bevorstehende Neuerungen, auch in Deutschland. So wird der legale Glücksspielmarkt mit deutschen Lizenzen in Kürze eröffnet. Das Land der ewigen Steuer verhängt künftig eine 5,3-prozentige Steuer auf alle Einsätze an Slots und beim Poker. Das Land stand schon mehrfach in der Kritik, unter anderem beim Deutschen Sportwettenverband. Die Steuer wird zwar grundsätzlich akzeptiert, nicht jedoch in dieser Höhe.

Die Folgen für deutsche Spieler

Auch wenn die Änderungen der MGA für Online-Casinos grundsätzlich eine Möglichkeit zur Senkung der Auszahlungsquote bieten, müssen sich zumindest deutsche Spieler vorerst nicht vor einer tatsächlichen Absenkung fürchten, auch wenn es im Zuge des neuen deutschen Glücksspielstaatsvertrags einige Änderungen geben wird. Es haben bereits mehrere Casino-Betreiber angegeben, dass weder die Interessen des Spielers noch die Interessen des Betreibers mit einer Absenkung der Auszahlungsquote gewahrt würden.

Es ist davon auszugehen, dass ein Teil der Spieler bei abgesenkter Auszahlungsquote auf nicht regulierte Anbieter zurückgreifen werde, deren Quote auf einem höheren Niveau liegt. Generell ist aber nicht auszuschließen, dass einige Online-Casinos mit einer maltesischen Lizenz von den Neuerungen Gebrauch machen. Eine Absenkung bis zur tiefstmöglichen Grenze ist aber unrealistisch.

Bislang ist auch noch nicht klar, wann Spieler erste Auswirkungen spüren werden. Denn durch Befragungen mehrerer Casino-Betreiber wurde klar, dass eine Veränderung und Anpassung der Auszahlungsquote einen Bearbeitungszeitraum mehrerer Wochen mitbringen könnte. Es bleibt daher abzuwarten, wie drastisch die Auswirkungen für deutsche Spieler tatsächlich sind und welche Anbieter hiervon überhaupt Gebrauch machen werden.

Mehr Vergleiche für bessere Quote

Die maltesische Glücksspielbehörde hat im Zuge ihrer Ankündigung klar gemacht, dass Online-Casinos ihre Auszahlungsquoten teilweise flexibel bestimmen können sollen, analog dazu, wie es häufig bei der Wahl von Zahlungsmethoden der Fall ist. Das hätte zur Folge, dass je nach Anbieter unterschiedliche Quoten für Roulette, Poker und Co. vorherrschen. Ein ähnliches Phänomen kennt man bereits von Wettanbietern, die nicht zuletzt aufgrund optimaler Quoten Zulauf von Neukunden generieren können.

Spieler haben Vor- und Nachteile durch die flexibel anpassbare Quote. Einerseits ist es möglich, für jeden Slot individuell die beste Quote zu suchen. Andererseits bringt das aber auch einen enormen Aufwand für den Spieler mit. Vergleiche sind erforderlich und es kann passieren, dass drei Lieblingsslots jeweils bei einem anderen Anbieter die Bestquote aufweisen. Der Überblick könnte dadurch verlorengehen.

Angleichung mit noch nicht abschließend ermittelten Vor- und Nachteilen

Eines bringt die Neuerung in jedem Fall mit: mehr Fairness gegenüber lokalen Casinos. Denn diese haben, anders als Online-Anbieter, zusätzliche Kosten durch Raummiete, Casino-Betrieb und vieles mehr.

Eine höhere Quote als 85 Prozent kann ein lokales Casino im Zuge der Wirtschaftlichkeit kaum erbringen. Um die Abwanderung sämtlicher Kunden ins Online-Segment zu verhindern, ist die Neuerung eine faire Praktik. Es bleibt abzuwarten, wie konsequent die Umsetzung stattfindet, wer überhaupt daran teilnimmt und welche Folgen zu erwarten sind.

Quellen:

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Über den Autor Avi Fichtner Mein Name ist Avi Fichtner und ich arbeite seit 12 Jahren im Bereich Glücksspiel. Ich habe mehrere große Informationsseiten aufgebaut und kenne mich bestens aus. Ebenfalls seit 12 Jahren beobachte ich die gescheiterten Regulierungsversuche in Deutschland und schreibe dazu.
Avi Fichtner Casino Experte & Autor   Mail