Markus Belz Redaktionsleiter

Veröffentlicht am: 23.08.2022

Was ist russisches Roulette

Was ist russisches Roulette?

Es ist ein weltweiter Dauerbrenner in Spielbanken wie Online-Casinos, unabhängig von Geschlecht oder Alter: das Glücksspiel Roulette. Neben dem bekannten Klassiker haben sich mit Boule oder Glücksrad im Laufe der Zeit unterschiedlichste Ableger des Spiels gebildet. Selbst das auch als „Englisches Roulette“ bekannte Kartenspiel „Hoggenheimer“ basiert auf dem prominenten Tischspiel-Prinzip. Russisches Roulette hingegen spielt nach seinen eigenen Regeln. Und diese können tödlich sein …

Von Frankreich nach Russland

Trotz strittiger Herkunft wird es allein aufgrund seines Wortstamms dem Französischen zugeschrieben: Ins Deutsche mit „Rädchen“ übersetzt, deutet „Roulette“ bereits auf den Kern des Glücksspiels hin. Denn im Zentrum stehen eine drehbare Scheibe, eine kleine Kugel und 37 Felder mit den Ziffern eins bis 36 sowie der Null. Die Roulette-Regeln des europäischen Glücksspiels sind einheitlich und unkompliziert. Sie gelten für klassische Spielbanken und Online-Casinos.

Wer seriöses Roulette online spielt, kann für eine einfache Chance auf

  • Schwarz oder Rot
  • Gerade oder ungerade
  • Hoch oder niedrig

setzen. Die Kugel fällt auf eine Zahl. Der Vorteil der Bank liegt beim US-amerikanischen Roulette mit seiner zusätzlichen Doppelnull bei 5,26% und damit fast doppelt so hoch wie bei der europäischen Variante mit 2,70%. In beiden Fällen lässt sich der Einsatz mit etwas Glück vervielfachen, bevor die Jetons wieder gegen Geld getauscht werden. Anders beim bedrohlichen Russischen Roulette. Hier geht es mit dem eigenen Leben um die höchste denkbare Investition. Es kann nur behalten oder verloren werden.

Faites vos jeux

Am Roulette-Tisch bittet der Croupier die Anwesenden, „ihr Spiel zu machen“ und damit um ihre Einsätze. Beim gefährlichsten Glücksspiel weltweit geht es um nichts weniger als das eigene Leben. Hier hofft niemand auf einen Gewinn. Es geht einzig darum, einen Verlust zu vermeiden. Doch so bekannt Russisches Roulette auch gemeinhin sein mag: Nicht jeder weiß genau, was sich hinter der geheimnisvollen Phrase verbirgt. Und so haben wir uns auf Spurensuche begeben.

Spielursprung strittig

Wo liegen die Wurzeln des Russischen Roulettes? Eine einhellige Ansicht gibt es dazu nicht. Weit verbreitet ist die These, nach der Offiziere der Zarenarmee im 19. Jahrhundert vor Zuschauern Eindruck schinden wollten. Belegt ist das allerdings nicht. Der Name „Russisches Roulette“ taucht erstmals 1937 in einer Kurzgeschichte des Schriftstellers Georges Surdez auf. Nach anderen Theorien sollen russische Gefängniswärter Häftlinge in ihren Pausen und Polizisten Gefangene während eines Verhörs zu dem gefährlichen Revolver-Wettkampf gezwungen haben. Eines ist allen Varianten gleich: Sie deuten auf Russland als Ursprungsnation.

Wie funktioniert Russisches Roulette?

Die Grundregeln des Russischen Roulettes sind unkompliziert: Ein Revolver wird mit einer scharfen Patrone bestückt und sein Zylinder gedreht, bis ihre Position nicht mehr nachvollzogen werden kann. Die zumeist zwei Beteiligten halten sich die Schusswaffe nun abwechselnd gegen die Schläfe und drücken den Abzug. Wird der Schuss ausgelöst, ist das Spiel beendet, und der Unglückliche ist in der Regel tot.

Die Wahrscheinlichkeit des Überlebens hängt beim Russischen Roulette primär von der Art der Schusswaffe ab. In der Regel werden Mehrlader verwendet, deren Trommeln sechs Kammern aufweisen. Die Chancen des Überlebens stehen damit anfangs bei 5:1. In der Folge ergeben sich zwei weitere Spielmöglichkeiten:

  1. Der Revolver wird ohne erneutes Drehen weitergereicht. Die Kugel springt damit automatisch in die nächste Kammer. Entsprechend erhöht sich das Risiko auf ein Fünftel. Ohne vorzeitige Beendigung nimmt die Wahrscheinlichkeit einer leeren Kammer von Mal zu Mal ab, bis spätestens der sechste Schuss tödlich endet.
  2. Zur Aufrechterhaltung identischer Überlebenschancen kann die Trommel nach jedem Versuch erneut gedreht werden. Entsprechend ist die Rundenanzahl theoretisch grenzenlos.

Russisches Roulette lässt sich auch mit mehreren Teilnehmern „spielen“ oder die Anzahl der Schussversuche von vornherein begrenzen.

Hinweis: Im allgemeinen Sprachgebrauch gilt „Russisches Roulette spielen“ als geflügeltes Wort für besonders hohe Einsätze, deren Risiko in den Augen der Mehrheit das mögliche Ergebnis des Unterfangens nicht rechtfertigt.

Lässt sich die Wahrscheinlichkeit manipulieren?

Wer sich auskennt, dem stehen einige Manipulationsmöglichkeiten offen. So spüren Experten eine leichte Gewichtsverschiebung der Patronenkammer oder sind in der Lage, die Drehungen der Trommel durch Dauer und Geschwindigkeit zu beeinflussen. Die Schusswaffe selbst kann Geübten zudem aufgrund ihrer Bauart, Optik oder Tönen beim Einrasten Hinweise auf die Position der Patrone bieten.

Neben Fachwissen hilft manchmal auch einfach Betrug: So geht auf Nummer sicher, wer unscharfe Patronen einsetzt oder den Revolver gar nicht erst lädt. Weniger verlassen sollten sich zumindest Laien hingegen auf die Theorie eines britischen Gedächtniskünstlers, der alleine durch Gedankenlesen die Patronenkammer zu erraten vorgibt.

Weshalb ist Russisches Roulette so faszinierend?

Einen Gewinn gibt es nicht, und der Verlust könnte höher nicht sein: Weshalb übt Russisches Roulette auf Personen weltweit dennoch eine so hohe Anziehungskraft aus? Eine Portion Adrenalin gibt es auch beim Bungee-Jumping, doch nicht alle Mutproben erfordern einen derart gewagten Einsatz.

Dieser Frage sind Wissenschaftler nachgegangen. Doch sie gelangten nur zu einem unbefriedigenden, wenngleich einhelligen Ergebnis. Danach ist der typische Russisch-Roulette-Spieler jung, männlich und unverheiratet sowie Drogen oder Alkohol gegenüber nicht abgeneigt. Im Vergleich zu Suizidgefährdeten ist er selten depressiv und hinterlässt im Normalfall keine vorsorgliche Nachricht an Hinterbliebene. Die Gründe für die gefährliche Faszination sind damit jedoch noch immer nicht belegt.

Bekannte Spieler:

  • Menschenrechtler Malcolm X gab nur vor, todesmutig zu sein. Er lud seinen Revolver einfach nicht.
  • Schlecht endete es für einen finnischen Magier und einen US-amerikanischen Schauspieler, die vor Publikum bzw. Kollegen nur angeben wollten und sich bei ihren „Stunts“ jeweils tödlich verletzten.

Ist Russisches Roulette legal?

Die Selbsttötung und die Beteiligung daran sind in Deutschland nicht strafbar. Der frühere § 217 Strafgesetzbuch (StGB), der die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung verbot, wurde 2020 vom Bundesverfassungsgericht für nichtig erklärt. Folgenlos ist das gefährliche Spiel trotzdem nicht. Wer einen anderen mit Gewalt oder Drohungen zum Russischen Roulette zwingt, macht sich wegen Nötigung strafbar und bei tödlichem Ausgang unter Umständen wegen eines Tötungsdelikts. Je nach Fall kommt zudem fahrlässige Tötung nach § 222 StGB in Betracht. Hinzu kommt das Waffenrecht, denn schon der Besitz eines scharfen Revolvers ohne Erlaubnis ist strafbar.

Hilfe in Krisen: Wer an Suizid denkt oder keinen Ausweg mehr sieht, erreicht die Telefonseelsorge rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.

Ungefährlichere Spielvarianten

Ohne Einsatz des eigenen Lebens lässt sich Russisches Roulette ebenfalls spielen. Zur Auswahl stehen Elektroschock-Pistolen oder Farbpatronen. Maximal ein Kater folgt dem gleichnamigen Trinkspiel, bei dem nur eines von sechs Shotgläsern Wodka enthält und die anderen mit Wasser gefüllt sind.

Tipp: Wer unsicher ist, ob er seine Facebook-Mitgliedschaft beibehalten möchte, kann es darauf ankommen lassen und sich die Russisch-Roulette-App herunterladen. In 16,6 Prozent der Fälle wird der Account unwiederbringlich gelöscht.

Kein Halt vor Kunst und Kultur

In der Literatur wurde Russisches Roulette bereits mehrfach verarbeitet, zudem in Kriminalkomödien oder Actionfilmen. Und Rihannas „Russian Roulette“-Musikhit von 2009 folgte ein gleichnamiges Lied der koreanischen Mädchenband Red Velvet, das den Autoren sogar eine eigene Wikipedia-Seite wert war.

Fazit

Für Spaß am Spiel, weniger gewagte Einsätze und höhere Gewinnchancen bieten Roulette Online Casinos die perfekte Alternative zum Russischen Roulette. Die Regeln sind einfach, der Spieltisch farbenfroh, die Runden schnell beendet. Und das Beste: Internet-Roulette kann jederzeit und von überall aus gespielt werden.

Markus Belz - Redaktionsleiter bei onlinecasinosdeutschland.de
Markus Belz Redaktionsleiter bei
Markus Belz, geboren 1984 in Berlin, ist Redaktionsleiter bei onlinecasinosdeutschland.de und lebt in Frankfurt. Er liebt Radfahren, Fußball und Poker. Seine Leidenschaft für Glücksspiele begann in Las Vegas. Seit 2012 im Team, leitet er es seit 2014. Mit seinem Motto „Jeder ist seines Glückes Schmied“ liefert er verlässliche Infos über Online Casinos.

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